E-Auto-Allianz mit JAC

Volkswagen setzt in China auf Strom

Volkswagen startet auf seinem größten Markt eine Elektro-Offensive: Die Wolfsburger wollen künftig zusammen mit dem Hersteller Jianghuai E-Autos bauen. VW hat dabei gegenüber der Konkurrenz eine großen Vorteil.
Update: 07.09.2016 - 11:24 Uhr 1 Kommentar
Das Unternehmen gehört zu den wichtigsten Herstellern von Elektroautos in China. Quelle: dpa
Autofabrik von JAC in Hefei

Das Unternehmen gehört zu den wichtigsten Herstellern von Elektroautos in China.

(Foto: dpa)

Peking/DüsseldorfNicht nur in der Heimat soll das Elektroauto für Volkswagen in Zukunft eine größere Rolle spielen. Auch in China will VW nun eine elektrische Offensive starten. Schlüssel soll eine Partnerschaft mit Anhui Jianghuai Automobile (JAC) sein. Mit dem chinesischen Hersteller sei eine Absichtserklärung unterzeichnet worden, um eine künftige Kooperation zu entwickeln, teilte VW am Mittwoch mit. Eine gemeinsame Produktion von Elektroautos in China sei geplant. Das Land ist für Volkswagen der nach Absatz größte Markt – doch bei den Elektroautos läuft man bislang noch hinterher.

„Wir wollen in der Elektromobilität eine führende Position einnehmen“, erklärte VW-Chef Matthias Müller. „Wir sind davon überzeugt, dass nicht nur unsere beiden Unternehmen davon profitieren, sondern auch für unsere Kunden, die Umwelt und die chinesische Bevölkerung wird unsere Partnerschaft ein Gewinn sein.“ Die beiden Unternehmen verhandeln nun über die Gründung eines Joint Ventures. Die Kooperation erstrecke sich auf Forschung und Entwicklung, Produktion und Vertrieb von batteriebetriebenen Fahrzeugen sowie auf Mobilitätsdienstleistungen. Oberste Priorität habe die Entwicklung „emissionsfreier Mobilitätslösungen“.

Dem Handelsblatt war die Kooperation zuvor aus Unternehmenskreisen bestätigt worden. Der Handel der Jinghuai-Aktien des Unternehmens war am Mittwoch ausgesetzt worden.

Bereits im März hatte Jianghuai-Chairman An Jin in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg angekündigt, dass sich sein Unternehmen auf der Suche nach einer passenden Zusammenarbeit mit einem internationalen Autohersteller befinde und dabei auch VW ins Spiel gebraucht.

Jianghuai gehört zu den wichtigsten Herstellern von Elektroautos in China. Weitere Modelle sollen folgen. Doch dafür braucht Jianghuai vor allem Expertise für die Massenproduktion. Denn in der Geschichte des Unternehmens wurden jahrelang ausschließlich Nutzfahrzeuge gebaut. Erst seit 2007 hat das Jianghuai die offizielle Erlaubnis der chinesischen Regierung, auch Autos zu fertigen.

Diese E-Autos sind bald zu haben
Renault Twizzy
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Auch wer nicht auf Leichtkraftfahrzeuge von Kleinserienherstellern oder Zweirad-Zwitter wie den Renault Twizy umsteigen will, kann aktuell schon aus knapp einem Dutzend Elektrofahrzeugen wählen. Und das Angebot wächst.

Opel Ampera-e: Zuerst in Norwegen am Start
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Opel startet die Markteinführung des Ampera-e im Elektroauto-Vorzeigeland Norwegen. Die Auslieferungen beginnen im Frühjahr 2017, in den folgenden Monaten soll der elektrische Crossover mit 500 Kilometern Reichweite auch in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und der Schweiz zu haben sein. Die anderen europäischen Märkte folgen 2018.
Grund für die stufenweise Einführung sind die begrenzten Produktionskapazitäten im amerikanischen Werk Orion, Michigan, wo auch das Schwestermodell Chevrolet Bolt vom Band läuft. Zunächst werden daher die Länder mit hoher E-Auto-Nachfrage beziehungsweise wirksamer staatlicher Förderung beliefert.
Der Preis für den Ampera-e liegt in Norwegen bei 299.900 Kronen, was andeutet, dass die im Vorfeld der Markteinführung vermuteten rund 35.000 Euro nicht ganz falsch sein dürften.

Kia Soul EV
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In den bürgerlichen Fahrzeugklassen bieten sich neben den baugleichen Modellen Mitsubishi EV, Peugeot iOn und Citroën C-Zero an: Renault Zoe, Nissan Leaf, VW Up und Golf, Ford Focus, Kia Soul sowie die Mercedes B-Klasse und der BMW i3.

Mercedes B-Klasse ED
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Die Preise bewegen sich zwischen 19.390 Euro für iOn und C-Zero und annähernd 40.000 Euro für B-Klasse, Golf und i3. Die Reichweiten liegen in der Normmessung bei 150 bis 212 Kilometern. BMW bietet als einziger Hersteller einen Range Extender: einen Benzinmotor, der an Bord Strom für längere Strecken produziert.

Tesla Model 3
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Gerade läuft sich eine neue Generation von Stromern warm, die mit mehr Reichweite und niedrigeren Preisen den Durchbruch schaffen will. Vorreiter dieser neuen Welle ist das Model 3 von Tesla, das vor wenigen Wochen in Kalifornien vorgestellt wurde. In den USA 35.000 Dollar teuer und im Format etwa so groß wie ein 3er BMW, soll das erste Volumenmodell des amerikanischen Akku-Pioniers auf bis zu 350 Kilometer Reichweite kommen, verspricht Firmenchef Elon Musk

Hyundai Ioniq
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Als Dritter im Bunde bringt sich auch Hyundai in Stellung und kündigt eine rein elektrische Version des Öko-Modells Ioniq an, die noch in diesem Jahr verkauft werden soll.

BMW i3
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BMW stellt für den Sommer eine neue Batteriegeneration im i3 in Aussicht und verspricht mit dann 33 kWh Kapazität eine um 50 Prozent vergrößerte Reichweite. Auf dem Prüfstand soll sie von 190 auf 300 und im Alltag auf immerhin mehr als 200 Kilometer steigen, teilt der Hersteller mit.

Das erste Elektroauto baute man im Jahr 2014 - und das durchaus mit Erfolg. In der Rangliste der meistverkauften Elektroautos in China landet der JAC iEV auf Platz vier. Warum VW sich nun auf eine Kooperation mit dem jungen Unternehmen einlässt, und seine Elektrostrategie nicht mit seinen bisherigen Joint-Venture-Partnern FAW und SAIC Motor vorantreibt, dürfte vor allem auf die Elektroexpertise von Jianghuai zurückzuführen sein.

Auf den ersten Blick wirkt der Einstieg lukrativ: China hat sich innerhalb weniger Jahre zum Leitmarkt der Elektromobilität entwickelt. Nach Angaben des Center of Automotive Management (CAM) der FH Bergisch-Gladbach wurden allein in den ersten sechs Monaten des Jahres 2016 rund 170.000 Plug-in-Hybride und Elektroautos abgesetzt. Damit haben sich die E-Auto-Verkäufe in nur einem Jahr mehr als verdoppelt, was auch auf die starke Förderung durch die chinesische Regierung zurückzuführen ist.

Internationale Konzerne sind auf Partner angewiesen
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1 Kommentare zu "E-Auto-Allianz mit JAC: Volkswagen setzt in China auf Strom"

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  • Peking/DüsseldorfNicht nur in der Heimat soll das Elektroauto für Volkswagen in Zukunft eine größere Rolle spielen. Auch in China will VW nun eine elektrische Offensive starten. Schlüssel soll eine Partnerschaft mit Anhui Jianghuai Automobile (JAC) sein.


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    VW.....heute nur noch Mitläufer !

    VW = 51 % der VW-Aktien gehören Porsche ! also kein VW mehr !

    Uns doch egal was aus Porsche wird !




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