EADS bestätigt neue Verzögerungen beim A380
Toulouse hat ein Problem

Der Flugtechnikkonzern EADS hat am Donnerstag offiziell weitere Verzögerungen beim Super-Airbus A380 bestätigt. Bei der Untersuchung des gesamten A380-Programms seien anhaltende Schwierigkeiten im Werk bei Toulouse bei der Verkabelung des zweistöckigen Großflugzeugs entdeckt worden, teilte EADS am Donnerstag in München mit. „Entsprechend wird es nach heutigem Informationsstand zu weiteren Verzögerungen kommen“, hieß es.

HB PARIS/MÜNCHEN. Berichte über eine Verschiebung um sechs Monate wollte EADS weder bestätigen noch dementieren, solange die interne Untersuchung nicht abgeschlossen sei. EADS betonte, die festgestellten Probleme würden in Angriff genommen. „Alle notwendigen Kapazitäten sind darauf fokussiert, die laufende Untersuchung zum Abschluss zu bringen“, hieß es.

Das neue Auslieferprogramm für den A380 sei noch nicht fertig, hieß es. Auch die Kosten der Verzögerung seien noch nicht berechnet. EADS und Airbus würden nähere Informationen in den kommenden vier Wochen geben. Die Testflüge verliefen positiv und lägen im Zeitplan. Nach früheren Informationen soll der neue Airbus-Chef Christian Streiff der Konzernführung am 29. September einen Bericht über die Produktions- und Lieferprobleme vorlegen.

Zeitungsberichten zufolge sollen pro A380-Maschine 40 000 zusätzliche Arbeitsstunden nötig sein. Das Finanzblatt „La Tribune“ schreibt unter Berufung auf Analysten am Donnerstag, die neue Verzögerung würde rund 100 Mill. Euro kosten. Neben der Verkabelung gebe es auch Probleme der Kompatibilität der in Deutschland und in Frankreich von Airbus genutzten Software, schreibt das Blatt.

Trotz der Bestätigung neuer Verzögerungen beim Großraum-Airbus A380 rechnet die Lufthansa weiter mit einer fristgerechten Lieferung der ersten Maschine im Sommer 2008. „Wir haben keine Informationen über eine Zeitplanänderung von Airbus erhalten", sagte ein Sprecher am Donnerstag auf Anfrage. Daher gehe man von dem bestehenden Zeitplan aus. Die Lufthansa hat eigenen Angaben zufolge 15 Flugzeuge des Typs A380 bestellt.

Wegen der Probleme hatte Airbus bereits im Juni den Lieferplan für den A380 nach hinten verschoben. Bisher ging EADS von einer Verzögerung des A380-Programms von insgesamt einem Jahr aus. Daraus wurden Gewinneinbußen von zwei Mrd. Euro binnen vier Jahren abgeleitet. Manche Branchenexperten schätzen die Einbußen jedoch als erheblich niedriger ein. Im Zuge der Krise bei Airbus hatte der frühere Co-EADS-Chef Noel Forgeard sein Amt niedergelegt. Anschließend hatte EADS eine grundlegende Durchleuchtung des gesamten Projekts gestartet. Zuletzt hatte es in Medienberichten geheißen, dass es eine weitere Verzögerung geben werde und im kommenden Jahr weniger Maschinen ausgeliefert würden als im bereits geänderten Zeitplan vorgesehen.

Der europäische Konzern hatte am Morgen mit einer veralteten Pressemitteilung zu Verzögerungen beim A380 und deren finanziellen Effekten zunächst Verwirrung gestiftet. Die versehentlich versandte Mitteilung von Mitte Juni zog EADS kurz darauf zurück und ersetzte sie durch eine aktuelle Variante.

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