EADS-Beteiligung verringert
Daimler-Chrysler setzt wieder auf Autos

Daimler-Chrysler hat seinen Rückzug aus dem europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS eingeläutet. Der Autobauer verkauft einen Anteil von 7,5 Prozent an der Airbus-Mutter und begründet dies mit der weiteren Konzentration aufs Kerngeschäft.

HB STUTTGART/PARIS. Der Stuttgarter Konzern und der französische EADS-Großaktionär Lagardère reduzieren ihre Beteiligung an dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern. Beide Unternehmen geben 7,5 Prozent ab. Die Pakete werden erst ab dem nächsten Jahr verkauft. Mit einer Milliarde Euro werde sich die Transaktion auf das Ergebnis 2007 auswirken, berichtete Daimler-Chrysler.

Mit der Reduzierung wolle Daimler-Chrysler sich weiter auf sein automobiles Kerngeschäft konzentrieren, erklärten die Stuttgarter Autobauer. Über eine Anteilsreduzierung von Daimler-Chrysler ist immer wieder spekuliert worden. Vorstandschef Dieter Zetsche hatte noch zum Jahresanfang aber gesagt, man habe „keinen Druck und keine Eile“. Andererseits machte er immer wieder deutlich, dass sich Daimler-Chrysler auf den Bau von Autos konzentrieren wolle. Der Abbau von insgesamt 14 500 Stellen sowie die Sanierung der defizitären Kleinwagenmarke smart erfordern zugleich weitere Mittel in Milliardenhöhe.

Schon Zetsches Vorgänger Jürgen Schrempp, einer der Architekten des europäischen Luftfahrtkonzerns, hatte im Dezember 2005 gesagt, dass man sich die Situation bei EADS anschauen werde und „immer wieder die Interessenlage unseres Aktionäre und die politische Situation überprüfen“ werde.

Der Marktwert des EADS-Anteils von 7,5 Prozent betrage heute rund 2,0 Mrd. Euro, berichtete Daimler-Chrysler. Die Abwicklung sei zwischen Januar und April 2007 vorgesehen. Die 61 Mill. Aktien würden an Banken ausgeliehen, die sie dann am Markt platzieren werden. Arnaud Lagardère, Chef des weltgrößten Zeitschriftenverlages, hatte bereits Anfang März angekündigt, seinen EADS-Anteil reduzieren zu wollen.

Daimler-Chrysler und Lagardère betonten, dass die Unternehmensführung und -Kontrolle (Corporate Governance) auf der Basis bestehender vertraglicher Beziehungen zwischen den EADS- Großaktionären unverändert bleibe. Damit verändert sich an der mühsam ausgehandelten Balance zwischen deutschen und französischen Managern in der Unternehmensführung und dem Aufsichtsrat nichts.

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