EADS-Chef Gallois
„Sparpolitik hat Folgen für Arbeitsplätze“

Europa muss sparen, und die Rüstungsindustrie bangt um Aufträge und Gelder. Im Handelsblatt Interview spricht EADS-Chef Louis Gallois über mögliche Einschnitte, umstrittene Subventionen und Zukäufe in den USA.
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Handelsblatt: Herr Gallois, Europa ist pleite. In Deutschland stehen alle Beschaffungsprogramme auf dem Prüfstand. Wie schlimm wird es?

Gallois: Wir haben noch keine konkreten Angaben aus Berlin. Wir sagen allen unseren europäischen Partnern, dass es im Rahmen des Spardrucks Priorität hat, die Forschungs- und Entwicklungsfähigkeit von EADS zu erhalten. Wenn wir bei den Neu-Entwicklungen kürzen, setzten wir die Zukunft des Unternehmens aufs Spiel. Wir sind bereit, den Dialog mit den Regierungen unserer Heimatländer zu führen, um zu innovativen Lösungen beizutragen. Wenn EADS die Verteidigungsaktivitäten in unseren Heimatländern jedoch signifikant zurückfahren muss, wird das wahrscheinlich Auswirkungen auf Jobs haben. Die nächsten Monate werden hier mehr Klarheit bringen.

Wo ist der Druck am größten?

Ich nenne Ihnen ein Beispiel: Drohnen. Europa muss in der Lage sein, selbst unbemannte Flugzeuge zu entwickeln. Das ist eine Frage der nationalen Souveränität. Es kann nicht sein, dass Europa von den USA oder Israel dauerhaft in einem Bereich abhängig bleibt, der zu den Kernfähigkeiten künftiger Einsätze zählt.

Sie sprechen das Drohnen-Programm Talarion an. Derzeit entwickeln Sie diese Drohne auf eigene Kosten. Wie lange noch?

Nicht für alle Ewigkeit. Wir brauchen in absehbarer Zeit eine grundsätzliche Zusage der europäischen Regierungen, dass sie dieses Programm wollen. Drohnen sind eine wichtige Schlüsseltechnologie. Wenn Europa hierbei nicht nur zuschauen will, brauchen wir jetzt eine positive Entscheidung.

Bis wann?

Ich will hier keine Daten nennen. Aber eine Entscheidung muss bald fallen. Und vergessen Sie nicht: Talarion ist das einzige neue große deutsch-französische Rüstungsprogramm am Horizont.

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  • Einsparmaßnahmen und daraus resultierend Arbeitsplatzverluste sind unvermeidlich, da muß sich niemand etwas vormachen. Die Poltik sollte hier den Kurs halten und sich nicht durch Arbeitsplatzverlust-Gerede vom Nötigen abbringen lassen. Es muß gespart werden beim Militär- fangen wir damit an, je schneller desto besser. Alles, was nicht leistbar ist, muß gestoppt werden, ob EADS das gefällt oder nicht.

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