EADS-Ergebnis
Airbus von Bestellungen überrannt

Die Verkehrsflugzeugsparte Airbus des EADS-Konzern kann sich über einen sprunghaften Anstieg der Bestellungen freuen und auch die Rüstungssparte schlägt sich wacker. Vorstandschef Tom Enders hat das Glück des Tüchtigen.
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MünchenDer Erfolg seiner Airbus-Flotte hilft dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS über Schwächeanzeichen in seinem übrigen Geschäft hinweg. Der Überschuss habe sich im ersten Quartal binnen Jahresfrist auf 241 Millionen Euro fast verdoppelt, teilte EADS am Dienstag mit. Der Umsatz wuchs um ein Zehntel auf 12,4 Milliarden Euro. "Aus operativer Sicht sind wir - mit höherem Umsatz und besserer Rentabilität - gut in das Jahr 2013 gestartet", erklärte der deutsche Vorstandschef Tom Enders am Dienstag. "Das Management konzentriert sich weiterhin auf ein anhaltendes Ergebniswachstum für 2013 und darüber hinaus."

Ein Grund für seine Zuversicht war die stark gestiegene Zahl der Bestellungen im ersten Vierteljahr. Der Auftragseingang des Boeing-Rivalen habe sich auf knapp 50 Milliarden Euro vervielfacht. Grund ist ein Riesenauftrag der indonesischen Billigfluglinie Lion Air für A320-Modelle vom März. Im laufenden Jahr peilt EADS an, insgesamt etwa 700 Verkehrsflugzeuge auszuliefern und etwa genauso viele neue Bestellungen zu verbuchen. Allein im ersten Quartal gab die Kundschaft 410 Airbusse in Auftrag. Die Nachfrage nach dem Riesenflieger A380 hält sich laut Finanzchef Harald Wilhelm allerdings in Grenzen. "Die Auftragslage ist noch verhalten. Wir haben noch Kapazitäten für 2015 frei", sagte er in einer Telefonkonferenz. In drei Jahren soll sich die Baureihe, die mit technischen Problemen zu kämpfen hatte, für EADS rechnen.

Für das Gesamtjahr erwartet EADS weiterhin einen moderaten Umsatzanstieg und ein Betriebsergebnis vor Sondereffekten von 3,5 Milliarden Euro. Im ersten Quartal hatte dieses Ergebnis 741 Millionen Euro betragen. Abgesehen von Airbus haben sich die anderen Sparten zuletzt aber eher durchwachsen entwickelt. Der Umsatz der Rüstungssparte stagnierte zwar noch, allerdings sind hier die Neubestellungen ebenso rückläufig wie bei der Hubschraubersparte Eurocopter und dem Raumfahrtableger Astrium. Vor allem mit Helikoptern hat EADS derzeit seine Schwierigkeiten. Der Konzern ringt mit technischen Problemen bei seiner mittelschweren Super-Puma-Reihe, was Auslieferung verzögert. Im weiteren Jahresverlauf sei Besserung in Sicht, sagte Wilhelm voraus. An der Auftragslage müsse aber gearbeitet werden.

Zudem plagen EADS weiter Sorgen um die Entwicklung des neuen Langstreckenjets. "Das A350-XWB-Programm birgt weiterhin Herausforderungen. Jede Änderung des Zeitplans könnte höhere Rückstellungen zur Folge haben", erklärte EADS. Im Sommer werde sich der Jet voraussichtlich erstmals in die Lüfte erheben, kündigte Wilhelm an. Seit Jahresanfang habe sich einiges getan.

Dem Ziel, bis 2015 eine operative Marge vor Sonderposten von zehn Prozent zu erwirtschaften, sei EADS näher gekommen, sagte Wilhelm. Im ersten Quartal hatte die Rendite sechs Prozent betragen. "Die Zeit wird knapper, aber der Fortschritt ist ermutigend", sagte er. Steigende Stückzahlen, bessere Preise und sinkende Entwicklungskosten würden helfen.

An der Börse legte die EADS-Aktie gut ein Prozent zu.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Auch Reuters schreibt manchmal Unsinn, und man sollte als Handelszeitung falsche Handelszahlen nicht übernehmen.

    Hier ist es die Zahl der für 2013 auszuliefernden Flugzeuge. Sie beträgt nicht 700, sondern laut Unternehmensangaben "600-610".

    Ein Redakteur, der die Branche beobachtet, sollte so etwas merken.

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