EADS kündigt Kunden neuen Zeitplan an
Airbus droht weitere Verzögerung beim A380

Die Auslieferung des neuen Großflugzeugs wird offenbar immer mehr zur Hängepartie: Der europäische Flugzeugbauer Airbus wird zufolge in den nächsten Tagen weiter Lieferverzögerungen für den Super-Airbus A380 ankündigen. Das meldet am Mittwoch die französische Wirtschaftszeitung „Les Echos“. Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS bezeichnete die Meldung am Mittwochmorgen als Spekulation. Gegenüber Kunden kündigte das Unternehmen aber bereits einen neuen Zeitplan für die Auslieferung des Riesen-Fliegers an.

HB PARIS. „Nach unseren Informationen wird es Airbus auf Grund von Produktionsproblemen im Werk Toulouse-Blagnac nicht möglich sein, wie angekündigt 2007 mindestens neun Flugzeuge zu liefern“, berichtet „Les Echos“ ohne Angabe einer Quelle. Dem Blatt zufolge ist eine Lieferverzögerung von mindestens sechs Monaten für die ersten Kunden wie Air France möglich. Ein neuer Zeitplan könne noch vor der nächsten Verwaltungsratssitzung der Airbus-Mutter EADS am 29. September vorgelegt werden.

Ein EADS-Sprecher sprach am Mittwochmorgen zunächst von Spekulationen, da die grundlegende Überprüfung des Programms noch laufe. „Das Audit, das EADS bei Airbus durchführt, ist noch nicht abgeschlossen. Es liegen noch keine Ergebnisse vor“, sagte er in München.

Den Fluggesellschaften kündigte EADS allerdings bereits einen neuen Zeitplan für die Auslieferung des Riesen-Fliegers an. Details seien noch nicht bekannt, sagte eine Sprecherin von Air France-KLM am Mittwoch in Paris. Wie die anderen A380-Besteller sei Air France-KLM von dem europäischen Flugzeugbauer informiert worden, dass es „Präzisierungen des Auslieferungsprogramms" geben werde.

Nach dem Bericht von „Les Echos“soll ein Airbus-Exekutivausschuss am Montag letzte Hand an einen veränderten Auslieferungskalender gelegt haben. Danach werde der erste A380 wie vorgesehen im Dezember an Singapore Airlines übergeben, dürfte jedoch nicht vor April 2007 in Betrieb gehen. Der erste A380 der Air France könnte im April 2009 starten.

Erst im Juni hatte EADS wegen massiven Problemen bei der Verkabelung bei dem doppelstöckigen Großflugzeug für die nächsten drei Jahre Lieferverzögerungen bei dem neuen Super-Airbus und eine grundlegende Überprüfung des gesamten Projekts bei der Tochter Airbus bis Herbst angekündigt. Die Nachricht hatte zu einer teilweisen Neubesetzung der EADS-Führungsriege geführt und den Aktienkurs auf Talfahrt geschickt.

Die Aktie der Airbus-Mutter EADS verlor am Mittwoch in Frankfurt zuletzt 1,67 Prozent auf 22,37 Euro.

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