EADS
Neue Software soll Airbus vor Pannen schützen

Weil die Ingenieure des Flugzeugbauers Airbus bei der Entwicklung des Riesenfliegers A380 mit unterschiedlichen Softwareprogrammen hantierten, ließen sich die Maschinen in der Produktion nicht verkabeln. Zwei Jahre Lieferverzögerung für die Kunden und fünf Milliarden Euro Belastungen für den Mutterkonzern EADS kostete das Desaster bis heute. Ein neues Softwaresystem soll nun garantieren, dass so etwas nicht wieder passiert.

MÜNCHEN. 2007 startet EADS einen der größten Auswahlprozesse für Anbieter von Softwarelösungen. Es gilt, ein einheitliches System für die Entwicklung von Flugzeugen, Raketen und Satelliten zu konzipieren. Das System soll zudem offen für Zulieferer sein und das so genannte Life-Cycle-Management, also die einheitliche Verwaltung aller Daten eines Produktes, von Beginn an in die Produktplanung integrieren. „Zielsetzung ist eine einheitliche Beschreibung und Verwaltung all unserer Produkte über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg - von der Idee bis zur Ersatzteilversorgung hinweg“, sagt Guus Dekkers, seit 2008 der erste Chief Information Officer der EADS.

Neben dem Haus- und Hoflieferanten Dassault bewarben sich auch Siemens, SAP und der US-Softwarekonzen PTC um den Auftrag. Die Amerikaner bekamen den Zuschlag, der ihnen in den kommenden Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag sichert.

Die Aufgabe könnte komplizierter nicht sein. Denn neben Airbus wird die PTC-Software auch bei dem Hubschrauberhersteller Eurocopter, der Verteidigungssparte Defence and Security sowie der Weltraumtochter Astrium eingeführt. Die bislang völlig getrennten Sparten sollen künftig Ingenieure, Entwicklungen und Komponenten teilen, sagt Dekkers.

Es ist eine Operation am offenen Herzen: Vor allem das Übertragen von Daten und Produktbeschreibungen aus den alten Datenbanken in das neue System sei heikel, heißt es bei Airbus.

PTC verweist auf eine lange Referenzliste: Darauf steht das US-Verteidigungsministerium ebenso wie der Autohersteller BMW oder der Pharmakonzern Astra Zeneca. Der EADS-Auftrag sprengt aber alle Dimensionen. Mehrere hundert PTC-Spezialisten werden Jahre brauchen, um die Software einzuführen. Am Ende werden rund 70 000 Menschen auf allen Kontinenten mit der neuen Software-Plattform arbeiten. Die EADS baut ihre Entwicklungszentren in Indien, China, Russland und den USA aus. Künftig soll rund um den Globus produziert werden.

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