EADS-Pakt
Deutschland und Frankreich vor Einigung

Berlin und Paris ringen um ihren Einfluss beim Airbus-Mutterkonzern EADS. EADS-Chef Tom Enders will weniger Staatsbeteiligung in der Aktionärsstruktur. Er war aber nicht mit seinen Plänen vorangekommen.
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München/Paris/LyonDeutschland und Frankreich stehen kurz vor einer Verständigung über ihren künftigen Einfluss beim größten europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS. „Eine Einigung ist nah“, sagte Frankreichs Präsident François Hollande am Montag. Der geplante Einstieg des deutschen Staates werde einen neuen Aktionärspakt zufolge haben. Dieser solle dem Unternehmen Sicherheit für die Zukunft geben. Nach Informationen des Online-Portals „La Tribune“ soll die Einigung am Dienstag nach Börsensschluss bekanntgemacht werden.

EADS hatte die Verhandlungen um die künftige Aktionärsstruktur beim Airbus-Mutterkonzern bestätigt. Die EADS-Führung sei an diesen Gesprächen aktiv beteiligt, hieß es in einer Mitteilung des börsennotierten Unternehmens. Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sagte dem „Handelsblatt“: „Bei EADS geht es darum, die Balance zwischen Deutschland und Frankreich zu sichern.“

Der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zufolge wollen die an dem Konzern direkt oder indirekt beteiligten Staaten - Frankreich, Deutschland und Spanien - ihren Anteil auf insgesamt knapp 30 Prozent reduzieren. Frankreich setze dabei weiter auf seinen staatlichen Anteil, sagte Rösler. Er liegt bislang bei knapp 15 Prozent bei der Staatsholding Sogepa.

Im bisherigen Aktionärspakt haben Frankreich und der Lagardère-Konzern auf französischer Seite und Daimler mit einem Konsortium von Finanzinstituten auf deutscher Seite ihre Interessen gebündelt. Auch die bundeseigene Förderbank KfW ist bereits mit einem geringen Anteil dabei. Zusammen mit Spanien kommen alle auf knapp über 50 Prozent. Bekannt ist seit langem, dass Daimler und Lagardère Anteile verringern wollen.

Bei Daimler liegen bisher Stimmrechte von gut 22 Prozent, der Kapitalanteil des Unternehmens liegt bei 15 Prozent. 7,5 Prozent waren schon früher bei einem Konsortium aus im Kern öffentlichen und privaten Banken geparkt und in der Dedalus-Holding gebündelt worden.

 

Bereits am vergangenen Freitag hatte die KfW bei der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde BWB angemeldet, indirekt 4,8 Prozent der Anteile an EADS erwerben zu wollen. Dafür kaufe die KfW 65 Prozent der Anteile an der Holdinggesellschaft Dedalus GmbH & Co KGaA. Da die KfW indirekt bereits mit einem Prozent an EADS beteiligt sei, werde die KfW dann insgesamt indirekt 5,8 Prozent an EADS halten, wie aus der kartellrechtlichen Mitteilung hervorgeht.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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