EADS
Pechvogel A400M hebt ab

Gute Nachrichten von EADS: Der Militärtransporter A400M steht kurz vor seinem Jungfernflug. Den hätte der A400M eigentlich schon vor zwei Jahren haben sollen. Trotzdem drohen EADS keine weiteren Nachforderungen von der Bundesregierung.
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HB FRANKFURT. Mit mehr als zweijähriger Verspätung hebt der Airbus-Militärtransporter A400M am kommenden Freitag zu seinem Jungfernflug ab. Dies bestätigte der europäische Flugzeugbauer am Mittwoch. Der erste Start des mächtig in die Schieflage geratenen Prestigeprojektes findet im spanischen Sevilla statt.

Wegen deutlich gestiegene Kosten und des immer wieder nach hinten verschobenen Auslieferungszeitraums beraten die sieben Erstbestellerstaaten - Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Belgien, Luxemburg, Spanien und die Türkei - derzeit über die Zukunft des Rüstungsprojekts. Sie hatten bereits 2003 insgesamt 180 Maschinen zum Gesamtpreis von 20 Mrd. Euro bestellt. Die ersten A400M hätten mittlerweile schon im Einsatz fliegen sollen.

Der Bundesregierung liegen nach eigenen Angaben keine finanziellen Nachforderungen für das seit langem verzögerte Militärtransporter-Projekt A400M vor. Die Verträge seien zu erfüllen, betonte Verteidigungsstaatssekretär Christian Schmidt am Mittwoch in Berlin auf die Frage, ob die Regierung zu finanziellen Zugeständnissen oder einem Entgegenkommen bei der Zahl der gelieferten Maschinen bereit sei. Die Bundeswehr habe weiter den militärischen Bedarf für alle 60 beim Hersteller EADS bestellten Transporter. Der A400M soll am Freitag in Sevilla zu seinem immer wieder verschobenen Erstflug starten.

Kommentare zu " EADS: Pechvogel A400M hebt ab"

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  • Es mag ja sein, das die Antonov ein gutes Flugzeug ist, doch ist die politische Lage immer noch viel zu unzuverlässig um sich ausgerechnet militärisch von der Ukraine abhängig zu machen.
    Wenn in Zukunft das mal anders aussieht ok, doch zum Zeitpunkt der Auftragsvergabe und im Grunde genommen bis heute andauernd, ist die Ukraine als Produzent für im Ernstfall lebenswichtige Militärgüter keine Alternative und damit indiskutabel.

  • Hand aufs Herz: Wer traut schon dem "Laden" bundeswehr? (Klar, dass der Lieferant dazu kein einziges Wort sagt.) Aber was von den Verträgen, den Vertragsverhandlungen etc. kennt man denn? Doch nur, was die Presse schreibt. Auch die Frage sei erlaubt: Tun bW-Manager genug, um den öffentlichen Auftrag im Kostengriff zu behalten? Wieso laufen Kosten aus dem Ruder? Das ist doch alleine Sache des Lieferanten!! Oder was hat man da vertraglich fixiert???

    ich habe den dringenden Verdaxht, dass es in erste Linie darum geht, möglichstz viel Geld aus dem Staat rauszuholen. Unfähige oder korrupte Manager auf der stattlichen Seite verhindern das nicht.

    Ach, ganz nebenbei: Klar, dass damit die Lieferung verzögert werden muss!! (bei öffentlichen bauaufträgen läuft das seit Jahrzehnten auch so. Oft mit üppigen Schmiergeldern an die Staatsdiener.)

  • Auch Antonow kann nicht sofort liefern. Der Übergang vom Prototyp zur Serienfertigung wird - je nach Finanzierung - 3 - 4 Jahre in Anspruch nehmen. Dafür kann man heute schon sicher sein, daß die An-70 nicht nur alle geforderten Leistungen locker erbringt, sondern auch noch genügend Aufwuchspotential besitzt.
    Die An-70 des ukrainischen Konstruktionsbüros Antonov ANTK wurde im Rahmen einer Ausschreibung von Juli bis September 1998 von ingenieuren der DASA auf Herz und Nieren getestet. Dem Triebwerk von Progress bescheinigten die Fachleute aus Ottobrunn Weltklasse. im Vergleich zur A400M der neugegründeten Airbus Military Company schnitt sie nach operationellen Kriterien (Nutzlast und Reichweite), finanziellen und technischen Kriterien besser ab, obwohl die bei Flugtests nachgewiesenen Werte nit Computerdaten des Wettberwerbers verglichen wurden. Erprobung, Windkanalversuche
    und die Ermüdungstests waren weit fortgeschritten. Die A400M erhielt dennoch den Zuschlag wegen Sicherung der Arbeitsplätze in (West)europa. Kurz darauf erhöhte laut bRH Airbus den Angebotspreis um 40% und versuchte, das Triebwerk an eine US/kanadische Firma zu vergeben. Man versprach - vermutlich gegen besseres Wissen - mit einenm Érstflug in viereinhalb Jahren den Entwicklungsvorsprung der Ukrainer aufzuholen. Daß die europäischen Kunden für diese in der Tat "unglaubliche Geschichte" weitere 5-7 Mrd Euro zusätzlich hinblättern sollen, ist dreist. Eine Leistungsgarantie ist mit dieser Zuzahlung natürlich nicht verbunden. Sie wäre bei dieser Gesellschaft auch nicht viel wert.

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