EADS-Tochter
Airbus-Arbeitnehmer mit Werksausgliederung zufrieden

Die Arbeitnehmer der EADS-Tochter Airbus werten die Ausgliederung der drei Werke in Varel, Nordenham und Augsburg als einen Erfolg und sehen der weiteren Entwicklung des Unternehmens mit Zuversicht entgegen.

HB HAMBURG. "Wir haben gute Perspektiven für die Zukunft", sagte Rüdiger Lütjen, der Vorsitzende des Airbus-Gesamtbetriebsrats, am Freitag in Hamburg. Es sei gelungen, Angriffe auf tarifliche und soziale Besitzstände abzuwehren und bedeutende Arbeitspakete und Investitionen zu vereinbaren.

Die drei ausgegliederten deutschen Airbus-Werke erhalten von ihrem europäischen Mutterkonzern EADS eine Investitionsspritze von einer halbe Milliarde Euro. Bis Ende 2011 werden davon allein 350 Mio. Euro in Produktionsanlagen für das neue Langstreckenflugzeug A350 gesteckt, wie ein Airbus-Sprecher am Freitag in Hamburg sagte. Weitere rund 150 Mio. Euro seien für die Produktion von anderen zivilen Airbus-Baureihen vorgesehen. Airbus bestätigte damit einen Bericht der "Financial Times Deutschland".

Die Investitionen sind Teil einer Vereinbarung mit der IG Metall und dem Gesamtbetriebsrat von Airbus für die Auslagerung der Werke mit insgesamt über 6000 Beschäftigten in die neue Gesellschaft Premium Aerotec, die Anfang nächsten Jahres den Betrieb aufnehmen soll. Mit dem Überleitungsvertrag sagt Airbus zu, bis Ende 2013 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Zudem verpflichtet sich der Flugzeugbauer, die drei Werke mindestens noch drei Jahre zu behalten. Für den Fall eines Börsengangs der Premium Aerotec wurde den Arbeitnehmer nach Unternehmensangaben eine Beteiligung in bar oder in Aktien in Aussicht gestellt. "Je erfolgreicher das Unternehmen, desto höher der Anteil der Arbeitnehmer", sagte der Airbus-Sprecher. Einzelheiten stünden noch nicht fest.

Im Gegenzug zu den Investitionszusagen sagten die Arbeitnehmer Einsparungen von 22,5 Mio. Euro durch Produktions- und Effizienzsteigerungen zu. "In manchen Fällen kann das auch zu Arbeitsverdichtung führen", räumte IG-Metall-Bezirkschefin Jutta Blankau ein. Zudem soll ein neues Entgeltsystem für Arbeiter und Angestellte ausgehandelt werden.

"Uns ist es gelungen, den Angriff auf tariflich und soziale Besitzstände abzuwehren", sagte Gesamtbetriebsratschef Rüdiger Lütjen. Der Airbus-Mutterkonzern hatte mit seinem vor zwei Jahren aufgelegten Sparprogramm "Power 8" 10 000 Stellen abbauen wollen und mehrere Werke in Deutschland, Frankreich und Großbritannien zur Disposition gestellt. Der auf Deutschland entfallende Abbau von 3500 Arbeitsplätzen ist laut Lütjen bis auf 500 Stellen umgesetzt.

Der Paket-Verkauf der deutschen Fabriken mit zwei französischen Werken scheiterte an der Finanzkrise. Das Werk in Laupheim in Baden-Württemberg wurde vom fränkischen Rüstungskonzern Diehl und der französischen Thales gemeinsam übernommen. Durch die Investitionen wird die Premium Aerotec mit einem 2009 erwarteten Umsatz von einer Milliarde Euro zweitgrößter Zulieferer der Welt hinter dem US-Unternehmen Spirit Aerosystems mit über drei Mrd. Euro Umsatz.

EADS erwägt einem Zeitungsbericht zufolge zudem eine Umstrukturierung und Umbenennung des Luft- und Raumfahrtkonzerns. Zur Debatte stehe, den ganzen Konzern nach seiner Zivilflugzeugsparte Airbus zu benennen, berichtete die Wirtschaftszeitung "Les Echos" unter Berufung auf ungenannte Informanten. Geprüft werde auch, die Zahl der Unternehmensbereiche auf drei von fünf zu verringern.

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