EADS-Tochter
Airbus rechnet mit mehr Nachfrage für A380

Airbus rechnet im kommenden Jahr mit einer steigenden Nachfrage für den Großraum-Jet A380. Airbus-Chef Thomas Enders bekräftigte, ab 2015 schwarze Zahlen schreiben zu wollen. Dazu trage auch der modernisierte A320 bei.
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DüsseldorfDie EADS-Tochter Airbus rechnet 2012 mit einer noch stärkeren Nachfrage nach ihrem A380 und will schon in vier Jahren keine Verluste mehr mit dem Großraumflugzeug schreiben. Er erwarte in diesem Jahr 24 bis 26 Auslieferungen, bekräftigte Airbus-Chef Thomas Enders in einem Gespräch mit der „Börsen-Zeitung“ frühere Zahlen. „Wenn nichts dazwischen kommt, dann kommen wir 2012 auf mindestens 30.“ Auch sänken die Kosten. „Wir wollen von 2015 an schwarze Zahlen schreiben“, sagte Enders.

Schub gibt dem Airbus-Geschäft auch die modernisierte und sparsamere Version des Verkaufsschlagers A320. Doch die Produktion ist an ihre Grenzen gestoßen. „So ein Bestellfeuerwerk wie in diesem Jahr wird es 2012 nicht wieder geben. Denn die Produktionsslots für die A320neo sind auf Jahre weitgehend ausgebucht“, erläuterte Enders. „Wir denken aber darüber nach, ob wir für die zweite Hälfte des Jahrzehnts ... eine deutliche Produktionssteigerung angehen können.“ Die Börsen-Zeitung berichtete unter Berufung auf Unternehmenskreise, dass Airbus in diesem und im kommenden Jahr jeweils mehr als 4000 Mitarbeiter neu einstellen wolle.

Insgesamt rechnet EADS für dieses Jahr mit 50 Prozent mehr Flugzeugbestellungen im zivilen Bereich. „Nach dem Luftfahrtsalon von Dubai haben wir über 1500 feste Bestellungen für neue Flieger. Damit sind wir auf Rekordkurs“, sagte Enders der Zeitung.

Sorgen bereitet dem Airbus-Chef die Kreditvergabepraxis der Banken. Diese sei „bedenklich“. Das Unternehmen nach neuen Finanzierungsquellen. „Die Kapitalmärkte in China und Japan geben da viele Möglichkeiten, um nur zwei Beispiele aus Asien zu nennen“, sagte Enders. Um krisengeplagten Zulieferern zu helfen, plane Airbus aber keine weiteren Übernahmen nach dem Vorbild der Pfalz-Flugwerke (PFW). „Sicher ist, dass wir jetzt nicht nach und nach unsere Zulieferer aufkaufen wollen.“ Der Einstieg bei den Pfalz-Flugwerken solle eine Ausnahme bleiben. Das Unternehmen solle so schnell wie möglich wieder in eine dauerhaft erfolgsversprechende Zulieferstruktur gebracht werden.

Enders, der als Nachfolger von EADS-Chef Louis Gallois gehandelt wird, stellte zudem mit Blick auf Schwächen im militärischen Geschäft die Aufteilung im Konzern in Frage. „Wir müssen uns fragen, ob es realistisch ist, innerhalb des Konzerns weiterhin ein ausgewogenes Portfolio von 50:50 zwischen ziviler Luftfahrt und öffentlichen und militärischen Aufträgen anzustreben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Airbus ist sicherlich ein europäisches Vorzeige-Unternehmen, wenn es auch im Ausland primär als französisches Unternehmen gesehen wird. Der Erfolg des A 320neo ist enorm. Hier hat Airbus sich einen Vorteil erarbeitet, durch die Wahl des richtigen Zeitpunktes und der Entscheidung nicht komplett neu zu entwickeln, sondern zu optimieren. Boeing hat im Moment noch das nachsehen mit seiner 737max. Der Tenor im Artikel erlaubt die Spekulation als ob Airbus die Bücher voll hat und in seinen Bemühungen um neue Aufträge nachlassen kann. Hat man den Kampf um eine gute Position in Nordamerika aufgegeben? Dort stehen erhebliche Auftragsvolumina aus: Delta braucht min. 400 neue Flieger der Standardklasse, United Continental braucht ebenfalls ca. 400 neue Flieger um alte Sprit fressende Modelle der MD 80/90/10/11, alte 737-200/300/400 und vor allem die teuren B757 zu ersetzen. Airbus hat mit dem A 319 und A321 die richtigen Mittel in der Hand um kostengünstig kleinere und größere Strecken kostenoptimiert bedienen zu können. Toll wäre, wenn Airbus 2017 wenn Boeing mit seinen 737max, die bisher nur auf dem Papier stehen, auf den Markt kommt und Airbus dann für die Zeit ab 2022 die karbonisierte Version der A320 Familie vorstellen könnte.

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