EADS
Transall-Nachfolger kommt noch später

Der europäische Flugzeug- und Raumfahrtkonzern EADS hat bereits die Lieferung des A400M-Transportflugzeugs verzögert. Jetzt will EADS die Verträge für das milliardenschwere Projekt ändern. Gemeint ist eine abermalige Verzögerung. Damit käme das Flugzeug, das auch die seit den 70ern eingesetzten Transall-Maschinen ersetzen soll, noch später.

HB PARIS. EADS wolle mit den Auftraggebern den Zeitplan sowie Vertragsänderungen erörtern, teilte die Airbus-Muttergesellschaft am Freitagabend mit. Der erste Militärtransporter könne rund drei Jahre nach dem Jungfernflug ausgeliefert werden. Diese neue Schätzung deutet auf eine erste Auslieferung 2012 hin, womit sich die Verspätung auf drei Jahre ausweiten würde. Experten zufolge hinkte EADS mit dem A400M bisher rund zwei Jahre hinterher. Vor allem die Triebwerke machen Probleme, was auch zu Streit mit den Zulieferern führte.

Die Tochter Airbus Military berate noch mit den Triebwerkherstellern über den geeigneten Zeitpunkt für den Erstflug der Militärtransportmaschine, erklärte der Konzern in Paris weiter. Zudem schlage sie den staatlichen Auftraggebern vor, die Produktion erst wieder anlaufen zu lassen, wenn Testflüge die gewünschten Ergebnisse gebracht hätten.

EADS hatte die A400M-Entwicklung im vergangenen Jahr praktisch gestoppt und keine neuen Prognosen für die Auslieferung mehr abgegeben. Ein neuer Zeitplan sei erst möglich, wenn die Zulieferer einen verlässlichen Termin für die Übergabe der fertigen Triebwerke nennen könnten. Ende September hatte EADS den ursprünglich bereits für Januar 2008 geplanten Jungfernflug auf unbestimmte Zeit verschoben. Experten gehen davon aus, dass der A400M diesen Sommer erstmals abheben wird.

Technische Details sollten ebenfalls mit den Auftraggebern besprochen werden, hieß es am Freitag weiter. Laut Kennern des 20 Milliarden schweren Projekts sollen die Maschinen bisher in großem Stil den Wünschen der Auftraggeber angepasst werden, um den Militärstandards der jeweiligen Länder zu entsprechen.

Bisher haben neun Staaten, darunter Deutschland und Frankreich, bei EADS 192 A400M-Maschinen bestellt. Bei der Bundeswehr soll der EADS-Transporter die 40 Jahre alten Transalls ablösen. Der erste A400M hätte bereits in diesem Jahr an Frankreich geliefert werden sollen.

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