EADS und BAE Systems
Grünes Licht für Airbus A350

Dem Bau des neuen Airbus-Langstreckenflugzeugs A350 steht nichts mehr im Wege. Die beiden Luftfahrt- und Rüstungskonzerne EADS und BAE Systems hätten die gemeinsame Tochter Airbus autorisiert, die neue A350 weltweit zu vermarkten, teilten beide Unternehmen am Freitag in Amsterdam und London mit. Ab sofort könne Airbus konkrete Angebote an potenzielle Erstkunden machen.

HB AMSTERDAM/LONDON. Damit kann Airbus den Wettkampf gegen Boeings Dreamliner 7E7 um besonders sparsame Verkehrsflugzeuge aufnehmen. „Wir haben jetzt als Einzige die Möglichkeit, alle Ansprüche der Fluggesellschaften im Langstreckenbereich von 250 Sitzplätzen bis hin zur großen Kapazität des A380 zu erfüllen“, sagte Airbus-Chef Noel Forgeard.

Ein EADS-Sprecher erklärte in München, mit dem Schritt gehe die theoretische Idee des A350 in ein konkretes Stadium über. Details der Ausgestaltung der Maschine werde man auch von den Kundenwünschen abhängig machen. Mit Sitzkapazitäten zwischen 245 bis 285 Plätzen sei das Langstreckenflugzeug etwa halb so groß wie der neue Großraumflieger A380.

In den vergangenen Wochen hatte Airbus bereits Verkaufsgespräche mit Fluggesellschaften über den A350 geführt. Bereits in der frühen Konzept-Phase hätten verschiedene Airbus-Kunden sehr positiv auf das A350-Angebot reagiert, hieß es. Fluggesellschaften hätten sich auch an der Konzeptentwicklung direkt beteiligt.

Konkurrent Boeing schätzt den Markt für Flugzeuge mit 200 bis 300 Sitzen für die kommenden 20 Jahre auf 400 Mrd. Dollar. EADS sprach von rund 3100 Maschinen in den kommenden 20 Jahren. Die ersten A350-Maschinen könnten im Frühjahr 2010 an die Kunden ausgeliefert werden. Die Projektkosten werden auf 3,5 Mrd. € geschätzt. Wie angekündigt würde China erstmals von Anfang an mit einem Produktionsanteil von mindestens fünf Prozent an dem Projekt beteiligt werden.

Die Produktionsentscheidung für den A350 war zuletzt von einem Machtkampf innerhalb der EADS-Führung überschattet worden. EADS-Co-Chef Hertrich hat mittlerweile bekannt gegeben, seinen Mitte 2005 auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen. Airbus-Chef Noel Forgeard hatte die Doppelspitze des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns öffentlich in Frage gestellt, um offensichtlich die Position eines alleinigen EADS-Chefs anzustreben. Der DaimlerChrysler-Konzern, der ebenso wie die französische Seite 30 Prozent der EADS-Anteile hält, hatte aber auf der deutsch-französischen Doppelspitze bestanden.

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