EADS und Dax-Unternehmen
Verwirrung um Einstieg von Dubai

Die staatliche Beteiligungsgesellschaft aus Dubai prüft einen Einstieg beim europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS und ist parallel an Investionen in mehreren Dax-Unternehmen interessiert. Im Gegenzug steht ein Verkauf der erst im vergangenen Jahr erworbenen Anteile von Daimler-Chrysler im Raum. Mit einer nachgeschobenen Aussage verwirren die Scheichs allerdings.

HB DUBAI. Der Chef von Dubai International Capital, Sameer Al-Ansari, erklärte am Donnerstag, ein von seiner Firma verwalteter arabischer Fonds erwäge einen Einstieg bei EADS und bei mehreren deutschen Konzernen. Wenige Stunden später teilte das Unternehmen in einer Erklärung jedoch mit: „Dubai International Capital hat nicht die Absicht, EADS-Aktien zu kaufen.“ Der Fonds wird in der DIC-Erklärung nicht erwähnt.

Am Mittwoch hatten Gerüchte über einen Einstieg von Dubai die EADS-Aktie trotz eines bilanziellen Verlustes im dritten Quartal gestützt. Am Donnerstag legte das durch die Lieferverzögerungen beim Airbus A380 gebeutelte Papier dann zwischenzeitlich um stolze 6 Prozent auf 22,70 Euro zu.

Im Gegenzug könnte der Fonds nach eigener Auskunft seine Beteiligung am Autokonzern Daimler-Chrysler unter bestimmten Umständen verringern. Laut Al-Ansari könne Dubai seine Anteile am Automobilkonzern „zur rechten Zeit zum richtigen Preis“ reduzieren. Dubai Capital hatte Anfang 2005 für 1 Mrd. Euro rund 2 Prozent des Kapitals von Daimler-Chrysler erworben.

Der Dubai-Fonds spricht nach eigenen Angaben auch mit Siemens, der Deutschen Lufthansa, BASF, MAN, RWE, Eon und SAP. Von deutscher Seite bestätigten Siemens und BASF, dass ihre Finanzvorstände Joe Kaeser und Kurt Bock am Wochenende in dem Emirat weilen werden. Sie werden auf der ersten deutsch-arabischen Investorenkonferenz ihre Strategien präsentieren, die am Samstag und Sonntag in einem Hotel in Dubai stattfindet. Gastgeber ist neben dem Fonds aus Dubai Daimler-Chrysler.

Airbus-Großkunde kommt aus Dubai

Die staatliche in Dubai ansässige Fluggesellschaft Emirates ist größter und wichtigster Besteller des neuen Super-Jumbos A380 von Airbus, der wegen Produktionsproblemen zwei Jahre verspätet ausgeliefert werden soll. Insgesamt hat Emirates 43 Maschinen des 300 Mill. Dollar teuren Flugzeugs bestellt. Nach der jüngsten Stornierung des FedEx-Auftrags von 10 A380-Frachtmaschinen hat Airbus noch 157 Bestellungen von 15 Kunden. Derzeit führt Emirates eine eigene Untersuchung bei Airbus durch, um über die Zukunft der Order zu entscheiden. Die Gesellschaft hat mehrfach angedeutet, dass auch eine Stornierung in Frage kommt, sich bislang dazu aber noch nicht durchgerungen.

Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hat sich einem Einstieg auch eines Partners aus Dubai gegenüber offen gezeigt. Zwar kenne er die Meldungen über ein Interesse an einer Beteiligung Dubais an Siemens nicht. „Ganz generell freut es uns aber, dass es Partner gibt, die Interesse an einem Einstieg haben“, sagte Kleinfeld am Donnerstag vor Journalisten in München. Ähnlich äußerten sich auch Sprecher von BASF, Lufthansa und MAN.

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