EADS verhandelt bereits mit möglichen US-Partnern
EADS hat Geld für US-Produktion auf der hohen Kante

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS könnte bis zu 600 Millionen Dollar in eine eigene Produktion in den USA investieren, sollte das Unternehmen einen Auftrag zum Bau von militärisch genutzten Tankflugzeugen von den USA erhalten.

HB MÜNCHEN. Die Investition und die Schaffung von bis zu 1 000 Arbeitsplätzen hänge aber von der Größe und den Bedingungen des Auftrags ab, sagte EADS-Co-Chef Philippe Camus am Montag. „Der nächste große Schritt wäre dann die Eröffnung eines Werkes zum Zusammenbau der Tankerflugzeuge, wenn der Auftrag ausgeschrieben wird und wir den Wettbewerb gewinnen“, sagte Camus. Über den Ort eines Werkes wolle er nicht spekulieren, sagte er.

EADS verhandele bereits mit möglichen US-Partnern, sagte er, ohne Details zu nennen. EADS müsse für den Fall eines Auftrags aber zu den größeren Anbietern der US Air Force gehören, fügte er hinzu. Northrop Grumman und Lockheed Martin sind größere Auftragnehmer des US-Militärs, mit denen auch EADS in den USA bereits kooperiert.

Co-Chef Rainer Hertrich hatte erst in der vergangenen Woche seine Zuversicht bekräftigt, bei der möglichen Neuausschreibung des Auftrags in den USA Chancen auf einen Teilauftrag zu haben. Dann werde EADS auch selbst in den USA produzieren, allerdings nur mit einem US-Partner. Der Auftrag, der 100 Tankflugzeuge über zehn Jahre für die US Air Force vorsah, war zunächst an Boeing - den amerikanischen Erzrivalen der EADS-Tochter Airbus - gegangen. Nachdem aber Verstöße bei den Vergabemodalitäten bekannt geworden waren, hatte das US-Verteidigungsministerium den Prozess zunächst auf Eis gelegt.

Der Tankflugzeugmarkt bietet für EADS enormes Wachstumspotenzial. Zuletzt konnte sich der Konzern in Australien gegen Boeing durchsetzen. Mit der endgültigen Besiegelung eines milliardenschweren Tankflugzeug-Auftrags aus Großbritannien rechnet EADS im kommenden Jahr.

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