Eckes Edelkirsch, Chantre, Mariacron, Echter Nordhäuser
Eckes verkauft Schnapsmarken an Rotkäppchen

Die Geträngegruppe Eckes hat ihr Geschäft mit dem bekannten Edelkirsch-Likör und weiteren deutschen Spirituosen-Marken an die Sektkellerei Rotkäppchen-Mumm verkauft, dem größten deutschen Sekthersteller. Der betritt bewusst Neuland.

HB FRANKFURT. Zu den Marken, die verkauft werden, zählen auch die traditionsreichen Weinbrände Chantre und Mariacron sowie der Korn Echter Nordhäuser. Diese wechselten zum Jahresende in das Portfolio von Rotkäppchen-Mumm, wie Eckes am Dienstag mitteilte. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Eckes wolle sich künftig auf das Geschäft mit Fruchtsäften konzentrieren, sein internationales Spirituosengeschäft aber behalten.

Das in der Eckes Spirituosen & Wein GmbH geführte Inlandsgeschäft erzielte den Angaben zufolge 2005 einen Umsatz von rund 250 Mill. Euro. Der Bereich beschäftigt 210 Mitarbeiter, zwei Drittel davon in Thüringen und ein Drittel in Rheinland-Pfalz. Diese wechseln ebenfalls zu Rotkäppchen. Ob es Entlassungen oder Umstrukturierungen gibt, ist noch offen.

Neben den eigenen Marken vertreibt Eckes in Deutschland auch die Sektmarke Freixenet. Über die Zukunft der Zusammenarbeit im Vertrieb von Freixenet liefen derzeit Gespräche, hieß es.

Die ostdeutsche Sektkellerei Rotkäppchen überwand die wirtschaftliche Krise nach dem Fall der Mauer und wurde bald auch bundesweit erfolgreich. 2001 übernehmen die Rotkäppchen-Sektkellereien vom kanadischen Seagram-Konzern die Sektmarken Mumm und MM für geschätzte 270 Mill. D-Mark. Damit löst das Unternehmen den langjährigen Marktführer Henkell endgültig als Nummer eins ab.

Rotkäppchen-Geschäftsführer Gunter Heise sagte, mit dem aktuellen Zukauf habe man auch eine Spitzenposition im Spirituosenmarkt übernommen. Die Übernahme werde zum 31. Dezember wirksam. Heise erklärte, die Produktpalette von Eckes sei eine ideale Ergänzung zum Angebot der Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien. Auf dem Sektmarkt, an dem man einen Anteil von 34,2 Prozent habe, sei eine Entwicklung kaum noch möglich. Mit den Produkten des Hauses Eckes mache Rotkäppchen einen ersten bedeutenden Schritt im Spirituosengeschäft und stärke zugleich seine gerade etablierte Weinsparte. Das Weingeschäft sei ein Zukunftsmarkt.

Die Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien mit ihren Standorten Freyburg an der Unstrut, Hochheim am Main sowie Eltville und Breisach am Rhein machten im vergangenen Jahr einen Umsatz von 353,4 Mill. Euro. Im laufenden Jahr habe man wegen Preiserhöhungen bei der Marke Rotkäppchen in Ostdeutschland einen deutlichen Rückgang hinnehmen müssen, der aber durch das Geschäft im Westen mehr als kompensiert worden sei, sagte Heise. Für das Unternehmen arbeiten 300 Menschen.

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