Edel-Airline
Emirates - Im Auftrag des Herrschers

Emirates gehört zu den Edel-Airlines. Wie die Flugesellschaft vom Golf zu der am stärksten wachsenden Fluglinie wurde und Rivalen wie Lufthansa Kunden auf der Langstrecke ausspannt.
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Dubai/ FrankfurtEigentlich ist das Erfolgsrezept von Emirates simpel: eine Familie, ein Ziel. Scheich Muhammad bin Raschid Al Maktum, der Herrscher der Vereinigten Arabischen Emirate, will Dubai zum führenden Drehkreuz für den Luftverkehr auf der Welt machen. Weil dieser Auftrag so wichtig ist, ist er innerhalb der Familie vergeben worden. Scheich Ahmed bin Saeed Al Maktoum, dessen Vater ein Onkel des Herrschers ist, führt Emirates als Vorsitzender. Und er ist auch der Chef der Luftfahrtbehörde, die etwa über Flugrechte entscheidet.

Von so viel politischer Unterstützung kann eine Lufthansa nur träumen. Hierzulande fliegen noch nicht einmal die Parlamentarier standardmäßig mit dem einstigen Staatsunternehmen. Sie müssen sparen, steigen auch schon mal in eine Maschine von Air France.

Anders in Dubai: Der Golf-Carrier kann auf die volle Unterstützung der Herrscherfamilie setzen. In zehn Jahren, erwarten Luftfahrtexperten, wird die Langstreckenflotte der Araber doppelt so groß sein wie die der Rivalen British Airways und Lufthansa zusammen. Alleine 90 A380 hat Emirates bestellt und zum Teil schon bekommen.

Doch die staatliche Unterstützung reicht nicht als Erklärung für den großen Erfolg von Emirates. Hinzu kommt die geografische Lage der Heimatbasis Dubai. In der Mitte zwischen Nordamerika und Asien gelegen ist sie ein perfekter Brückenkopf für den Flugverkehr. Vor allem aber braucht Emirates anders als Lufthansa keinen teuren Kurzstreckenverkehr, um die großen Langstrecken zu füttern. Selbst „Zubringerflüge“ etwa aus Deutschland brauchen fünf Stunden. Sie kosten weniger, weil sie weniger häufig starten müssen als Kurzstreckenflugzeuge. Dabei hilft, dass Emirates über eine der jüngsten Flugzeug-Flotten der Welt verfügt. Je jünger die Flugzeuge, desto effizienter ist der Flugbetrieb.

Der Hamburger ist nach Stationen als Auslandskorrespondent in Moskau, Brüssel und Warschau jetzt Auslandschef des Handelsblatts. Er interessiert sich besonders für Osteuropa, die arabische Welt und Iran.
Mathias Brüggmann
Handelsblatt / Korrespondent
Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt

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