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Edelstahlkonzern: Outokumpu fährt kräftigen Verlust ein

Der Edelstahlkonzern Outokumpu steht schlecht da: Der Verlust ist über 20 Millionen Euro höher als erwartet. Nach der Vorlage des Quartalsberichts rauschten die Aktien in den Keller. Nun werden Stellen gestrichen.

Ein Schild der Firma Outokumpu vor der Deutschland-Zentrale in Willich. Quelle: dpa
Ein Schild der Firma Outokumpu vor der Deutschland-Zentrale in Willich. Quelle: dpa

HelsinkiNach der Einigung auf einen Kauf des Edelstahlgeschäfts von ThyssenKrupp hat der finnische Konzern Outokumpu einen deutlich höheren Quartalsverlust als erwartet ausgewiesen. Von Oktober bis Dezember sei im operativen Geschäft ein Minus von 71 Millionen Euro angefallen, teilte der Edelstahlproduzent mit. Analysten hatten mit einem Betriebsverlust von rund 50 Millionen Euro gerechnet. Im dritten Quartal lag das Minus noch bei 53 Millionen Euro. Der Auftragseingang sei zu Jahresanfang aber ermutigend gewesen, hieß es weiter. Im ersten Quartal werde nun ein ausgeglichenes oder leicht positives Ergebnis erwartet.

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„Outokumpus Geschäftsergebnisse waren im letzten Quartal 2011 weiterhin unbefriedigend. Das schwierige wirtschaftliche Umfeld begrenzte immer noch die Nachfrage“, sagte Konzernchef Mika Seitovirta. Die Papiere des finnischen Unternehmens gaben nach Vorlage des Quartalsberichts zu Handelsbeginn um mehr als fünf Prozent nach.

Nach der Übernahme der ThyssenKrupp-Tochter Inoxum wird Outokumpu weltweit 1500 Stellen streichen, allein 850 in Deutschland. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Thyssen-Krupp in Düsseldorf mit. Der Abbau der Arbeitsplätze sei bis zum Jahr 2016 vorgesehen. Neben der bis Ende kommenden Jahres geplanten Schließung des Schmelzbetriebs in Krefeld sei bis Ende 2016 auch das Aus für den Schmelzbetrieb in Bochum bereits anvisiert.

Hintergrund zu Outokumpu

  • Das Unternehmen

    Outokumpu gehört nach eigenen Angaben zu den weltweit sechs größten Herstellern von Edelstahl.

  • Firmensitz

    Seinen Hauptsitz hat Outokumpu in Espoo vor den Toren von Helsinki, wo auch der Handyhersteller Nokia ansässig ist.

  • Angestellte

    Die Finnen beschäftigen knapp 8.500 Mitarbeiter in 30 Ländern.

  • Verluste

    2010 machte das Unternehmen - wie schon in den vorangegangenen zwei Jahren - Verluste: Bei einem Umsatz von 4,2 Milliarden Euro betrug das Minus zuletzt 124 Millionen Euro.

  • Im laufenden Jahr

    Im dritten Quartal 2011 war ein erneuter Verlust von 135 Millionen Euro aufgelaufen. Konzernchef Mika Seitovirta erklärte bei der Bekanntgabe der erneut negativen Zwischenbilanz: „Es ist extrem wichtig für uns zu handeln, um die finanzielle Situation in allen Unternehmensteilen zu verbessern.“

  • Name

    Benannt ist der Konzern nach der Stadt Outokumpu im östlichen Finnland. Dort war mit der Entdeckung von Kupfervorkommen 1910 der Startschuss für das Unternehmen gefallen.

Erst am Tag zuvor hatten die Finnen die Übernahme der Edelstahlsparte von ThyssenKrupp unter Dach und Fach gebracht. Die Übernahme der mit 2,7 Milliarden Euro bewerteten Thyssen-Tochter Inoxum soll bis Ende 2012 über die Bühne gebracht werden. Auch der Hauptaktionär von Outokumpu, die staatliche Investmentgesellschaft Solidium, teilte mit, den Kauf zu unterstützen. Die Deutschen erhalten im Zuge der Trennung von Inoxum unter anderem ein Paket von 29,9 Prozent der Anteile an dem finnischen Konzern, der mit der Eingliederung von Inoxum zum größten Edelstahlproduzenten Europas aufsteigt.

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