EDF bestätigt Finanzspritze
EnBW will Eigenkapitalquote aufbessern

Der drittgrößte deutsche Energieversorger EnBW will seine niedrige Eigenkapitalquote von derzeit 6,6 Prozent aufbessern.

HB KARLSRUHE/PARIS. Entsprechende Verhandlungen mit den beiden Hauptaktionären Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW) und Electricité de France (EDF) sind aber noch nicht abgeschlossen. Die EDF in Paris bestätigte am Freitag, dass die EnBW AG von ihren Aktionären eine Kapitalspritze von 600 Mill. Euro erhalten soll. Davon solle EDF die Hälfte übernehmen. Die OEW dagegen dementierte entsprechende Berichte über eine Kapitalerhöhung.

„Es wird keine Kapitalerhöhung geben; sonst müsste die auf der Tagesordnung der Hauptversammlung Ende April stehen“, sagte der OEW- Verbandsvorsitzende Wolfgang Schürle, der auch Landrat des Alb-Donau- Kreises ist. Geplant seien stattdessen „andere Finanzierungsinstrumente, die ähnlich wirken.“

Der EnBW-Sprecher Dirk Ommeln in Karlsruhe wollte sich am Freitag nicht dazu äußern. Dies sei Sache der Aktionäre. Grundsätzlich strebe das Unternehmen eine Erhöhung der Eigenkapitalquote an. Der Karlsruher Konzern hat nur ein Eigenkapital von 1,5 Milliarden Euro, was einer Quote von 6,6 Prozent entspricht. Für den geplanten Börsengang der EnBW gebe es noch keinen Termin, sagte Ommeln.

Der Pariser Staatskonzern EDF hält wie der kommunale Zweckverband OEW 34,5 Prozent an EnBW, konsolidiert das Karlsruher Unternehmen aber mit 45 Prozent in der Bilanz. EDF möchte EnBW langfristig mehrheitlich übernehmen. Deutsche Presseberichte über einen Kauf des OEW-Anteils dementierte das Unternehmen jedoch. OEW habe eine Option zum Verkauf von EnBW-Anteilen für 2,8 Milliarden Euro an EDF zum Jahr 2011. Diese Option könne jedoch frühestens 2006 gezogen werden und sei nicht aktuell. Die derzeitigen Verhandlungen beträfen nur die Stärkung des Eigenkapitals von EnBW, sagte Finanzchef Daniel Camus dem Wirtschaftsblatt „Les Echos“.

Für EDF hat derzeit die Sicherung des Heimatmarktes Vorrang, der auf Beschluss der EU schrittweise geöffnet werden muss. Daneben sucht das Unternehmen, seine Position in den angrenzenden Märkten auszubauen. Die französische Regierung hat den Prozess zur Umwandlung der EDF in eine Aktiengesellschaft eingeleitet. Die mittelfristig geplante Privatisierung stößt aber auf heftigen Widerstand der Gewerkschaften.

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