EdF mit glänzenden Zahlen
Atomstromriese bläst Übernahme ab

Europas größter Atomstromproduzent EdF hat im ersten Halbjahr 2008 Umsatz und Gewinn deutlicher gesteigert als erwartet - Spekulationen über eine milliardenschwere Übernahme des Atomkraftwerkbetreibers British Energy zugleich aber zunichtegemacht.

HB PARIS. Die seit Wochen erwartete Übernahme des britischen Energiekonzerns durch die Franzosen ist in letzter Minute am Preis gescheitert. Electricite de France teilte in der Nacht zum Freitag mit, nicht für British Energy zu bieten. "Die finanziellen Bedingungen für eine Entwicklung in Großbritannien sind derzeit nicht gegeben", sagte EdF-Chef Pierre Gadonneix am Freitag in Paris. Das Unternehmen sei aber weiter daran interessiert, "beim Ausbau der britischen Atomindustrie eine wichtige Rolle zu spielen", fügte er hinzu. Zu möglichen weiteren Verhandlungen mit Britisch Energy wollte er sich zunächst nicht äußern.

Nach Informationen der Zeitung "Le Figaro" wollte EDF British Energy für mehr als 15 Mrd. Euro übernehmen. Dies entspricht einem Preis von 765 Pence pro Aktie. Das erste Angebot hatte bei weniger als 700 Pence pro Aktie gelegen. Laut britischen Medienberichten wollten zwei der größten Anteilseigner von British Energy mehr Geld von EDF sehen.

Nach der Absage an eine Übernahme von British Energy könnte EdF sich nach Aussage eines Londoner Analysten nun anderen Übernahmezielen zuwenden. "Es geht nun darum, wen EdF stattdessen kauft. Iberdrola, Scottish & Southern - es gibt reichlich Möglichkeiten."

Am Freitag veröffentlichte EdF auch Geschäftszahlen. Im ersten Halbjahr 2008 hat das Unternehmen Umsatz und Gewinn deutlicher gesteigert als erwartet. Der Betriebsgewinn (Ebitda) sei um zwei Prozent auf 9,04 Mrd. Euro gestiegen, teilte EdF mit. Analysten hatten nur mit 8,97 Mrd. Euro gerechnet. Der Umsatz legte um 6,4 Prozent auf 32,23 Mrd. Euro zu.

Ohne Einmalzahlungen und Währungseffekte sei der Gewinn sogar um 3,9 Prozent gestiegen, erklärte der französische Versorger. Er rechnet nun damit, dass sein Betriebsergebnis im Gesamtjahr um drei Prozent wachsen wird.

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