EDF-Tochter plant Börsengang für 2007
Frankreichs Netzriese RTE strebt ins Ausland

Die französische Stromnetz-Gesellschaft RTE (Réseau français de transport d'électricité), größter Netzbetreiber in Europa, will verstärkt im Ausland wachsen.

PARIS/DÜSSELDORF. „Durch Überkreuzbeteiligungen der Netzbetreiber steigt das Interesse, den grenzüberschreitenden Stromhandel auszubauen“, erklärte RTE-Chef André Merlin bei einer Pressereise in ein Umspann-Werk im Süden von Paris. Spätestens im nächsten Jahr strebt die EDF-Tochter an die Börse, um das geplante Wachstum finanzieren zu können, sagte Merlin.

Er ist vor allem an Beteiligungen in Italien, Großbritannien und Spanien interessiert – sprich in Ländern, in den der Strompreis zum Teil deutlich höher ist als in Frankreich. Um den grenzüberschreitenden Stromhandel zu erleichtern, will RTE zudem bis 2012 rund eine Mrd. Euro in den Ausbau der Netzverbindungen zu diesen drei Ländern investieren.

Mit seinem Vorstoß dürfte Merlin offene Türen bei der EU-Kommission einrennen. Brüssel sind die abgeschotteten nationalen Energie-Märkte seit langem ein Dorn im Auge. Die Kommission beklagt die unzureichenden Verbindungen zwischen den einzelnen nationalen Netzen, die mit verhindern, dass sich europaweit ein grenzüberschreitender Stromhandel entwickelt.

Eine weitere Wettbewerbsbremse sieht EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes darin, dass große Stromkonzerne wie EDF oder Eon und RWE aus Deutschland gleichzeitig Strom-Produzenten und über ihre Leitungsnetze auch Strom-Verteiler sind. Sie wirft den Platzhirschen vor, Wettbewerbern ohne eigene Leitungen nur unzureichend Zugang zum Netz und damit Zugang zum Kunden zu bieten. Daher fordert Kroes, dass Stromkonzerne sich von ihren Leitungsnetzen trennen sollen. Derzeit sehen die EU-Regeln jedoch nur vor, via Regulierung allen Marktteilnehmer einen ungehinderten Netzzugang zu garantieren.

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