EDF und Gaz de France
Streik beeinträchtigt Frankreichs Energieversorgung

Die Angestellten der staatlichen französischen Energieversorger Electricite de France (EDF) und Gaz de France (GDF) sind am Donnerstag in einen 24-stündigen Streik getreten und haben damit die Gas- und Stromversorgung des Landes beeinträchtigt.

HB PARIS. Die Stromproduktion sei seit Mitternacht um rund sieben Prozent der EDF-Kapazität reduziert worden, teilte die Großgewerkschaft CGT mit. Die Gaslieferungen aus Nordeuropa seien um ein Fünftel niedriger ausgefallen. Von dem Streik sind Nuklear- und Kohlekraftwerke von EDF sowie ein Lager und ein Flüssiggas-Einfuhrterminal von GDF betroffen. Ein Ausfall der Strom- und Gasversorgung war jedoch nicht zu befürchten.

Drei große Gewerkschaften hatten zu dem Streik aufgerufen, um gegen Pläne zu einer Fusion zwischen GDF und dem Versorger Suez zu protestieren. Die Regierungsbeteiligung bei GDF soll von 80 Prozent auf ein Drittel reduziert werden, obwohl ein französisches Gesetz einen staatlichen Anteil von 70 Prozent vorschreibt. Die Gewerkschaften fürchten zudem, dass die Regierung ihren Aktienbesitz bei Europas größtem Stromversorger EDF in gleicher Weise reduzieren könnte. Die Regierung hatte solche Pläne bestritten. „Die Strom- und Gasarbeiter haben sich seit dem frühen Morgen zusammengeschlossen, um eine Politik voranzutreiben, die Energie in Frankreich und in Europa in öffentlicher Hand behält“, gab die CGT bekannt.

Nach Angaben von EDF fiel die Stromproduktion um rund 7000 Megawatt geringer aus. Fast jeder fünfte Beschäftigte habe sich dem Ausstand angeschlossen. Auswirkungen auf die Verbraucher habe es nicht gegeben. Dies gab auch GDF bekannt, obwohl rund 22,5 Prozent der Beschäftigten in den Streik getreten seien.

Der CGT zufolge wurden bestimmte Energieflüsse für öffentliche Gebäude wie den Büros von EDF und GDF, Polizeiwachen, Rathäuser, Schulen und Universitäten unterbrochen. Dem Land sei nicht der Strom abgedreht worden. Das gelte auch für die Gasversorgung. Der Großhandelspreis für Strom lag am Donnerstag bei bis zu 250 Euro pro Megawatt. Das war fast eine Verdreifachung des Preises vom Mittwoch. Händler erklärten, sie wollten das Verhalten der Gewerkschaften beobachten. Diese sagten ein für Donnerstagabend geplantes Treffen ab, bei dem weitere Aktionen geplant werden sollten.

Zuletzt hatten der CGT zufolge im Oktober Streiks die Stromproduktion bei EDF gesenkt: um 8300 Megawatt oder 20 Prozent der Gesamtkapazität.

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