Effizienzprogramm des Pharmariesen erhöht den Druck in Richtung Kostensenkung
Pfizer setzt die Branche unter Zugzwang

Mit einem neuen Kostensenkungsprogramm von vier Milliarden Dollar hat der Pharmariese Pfizer jüngst die Finanzmärkte überrascht. Denn wenngleich zahlreiche Manager aus der Branche überzeugt sind, dass dieser Schritt nur begrenzten Einfluss auf andere Unternehmen hat, erwarten viele Analysten nun für die gesamte Branche einen wachsenden Druck in Richtung Kostensenkung.

FRANKFURT/M. „Der Schritt von Pfizer zeigt, in welchem Umfang womöglich noch zusätzliche Effizienzsteigerungen realisiert werden können“, kommentieren Experten der Deutschen Bank die Pläne. Zumindest die Furcht vor einem generellen Verfall der Pharmamargen sei damit wohl unbegründet, heißt es bei Morgan Stanley. Analysten von CSFB verweisen auf ein erhebliches „Selbstheilungs-Potenzial“ der Pharmabranche.

Das Signal des US-Konzerns hat vor allem insofern Gewicht, als Pfizer ohnehin bereits zu den renditestärksten Vertretern der Branche gehört. Zudem fällt das Volumen der Kostensenkung doppelt so hoch aus wie zunächst erwartet. Immerhin will der Arzneimittelhersteller seine Kosten noch einmal um rund ein Achtel drücken, dabei aber den Umsatz mindestens halten. Gelingt das Manöver, dürfte die operative Rendite gegen Ende des Jahrzehnts auf Werte von mehr als 40 Prozent zulegen – und damit selbst in der erfolgsverwöhnten Pharmabranche neue Maßstäbe setzen. Rationalisierungsschübe dieser Dimension wurden bislang nur im Zuge großer Fusionen wie Glaxo/Smithkline oder Pfizer/Pharmacia realisiert. Diese ermöglichten im Schnitt den Abbau von etwa acht bis neun Prozent der addierten Kosten und Mitarbeiter.

Wie stark das Vorbild Pfizer nun tatsächlich auf die Branche abfärben wird, bleibt dennoch umstritten. „Natürlich könnte fast jeder in Sachen Effizienz mehr tun“, ist Pharmaexperte Christian Wenk von der Rating-Agentur Standard & Poor’s überzeugt. „Aber primär schauen die Pharma-Unternehmen weiterhin vor allem auf Wachstum.“

Für gewisse Enttäuschung sorgt die Tatsache, dass Pfizer entgegen vielen Spekulationen auf starke Einschnitte im Vertrieb weitgehend verzichten will. Die Hoffnung, dass dadurch auch europäische Konkurrenten Spielraum erhalten, um ihren teuren Außendienst zu reduzieren, dürften sich damit nicht erfüllen.

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