Ehemalige Handysparte
BenQ-Insolvenz: Siemens droht Klage

Dem Elektrokonzern Siemens droht nach dem Korruptionsskandal und dem Wirbel um den Abbau tausender Jobs jetzt auch noch Ärger wegen der Pleite seiner früheren Handy-Sparte. Der Insolvenzverwalter des zusammengebrochenen Handyherstellers BenQ Mobile, Martin Prager, bereitet dem Vernehmen nach eine Klage gegen den früheren Mutterkonzern vor.

HB MÜNCHEN. Nach übereinstimmenden Berichten der Tageszeitung „Die Welt“ und der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstagausgaben) geht es um eine dreistellige Millionensumme. Eine Sprecherin Pragers wollte sich zu den Berichten nicht äußern. „Ich kann das weder bestätigen noch dementieren.“ Prager habe aber immer deutlich gemacht, dass er etwaige Ansprüche prüfe.

Hintergrund der Klage sind den Berichten zufolge offene Bewertungsfragen. Prager vermute offenbar, dass es beim Betriebsübergang der Handysparte von Siemens zu BenQ Bewertungsfehler gegeben habe. Genaue Informationen werde Prager dem Gläubigerausschuss am kommenden Mittwoch vorstellen, hieß es in der „Welt“. Siemens wollte den Vorgang nicht kommentieren. „Bei uns ist keine Klage eingegangen. Alles andere ist Spekulation“, sagte eine Sprecherin.

Prager hatte die Forderungen gegen Siemens in einem früheren Insolvenzgutachten kurz nach der Pleite auf rund 100 Mill. Euro beziffert und erklärt, es seien im Zusammenhang mit dem Ausgliederungsvertrag an den früheren taiwanesischen BenQ-Konzern eine Reihe von Bewertungsfragen offen. Die Gespräche zwischen Prager und Siemens waren dem Bericht zufolge zuletzt ins Stocken geraten.

Die frühere BenQ Corp., die heute unter dem Namen Qisda firmiert, hatte die verlustreiche Handy-Sparte 2005 von Siemens übernommen, dem Unternehmen dann aber den Geldhahn abgedreht und die deutsche Tochter damit in die Pleite geschickt. Mehr als 3 000 Beschäftigte in Deutschland verloren dadurch ihre Jobs.

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