Ehemalige Steag
NRW-Stadtwerke und zwei Rivalen kämpfen um Evonik-Sparte

Ein Stadtwerke-Konsortium aus Nordrhein-Westfalen, das die Fühler nach der zum Verkauf stehenden Energiesparte des Mischkonzerns Evonik ausgestreckt hat, könnte Schützenhilfe aus dem Saarland bekommen. Im Kampf um die ehemalige Steag gibt es aber mindestens zwei Rivalen.
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HB DÜSSELDORF. Die Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Saarbrücken mbH (VVS) teilte am Mittwoch mit, sie prüfe, ob sie dem Bieterkonsortium der Stadtwerke beitreten solle. Bislang handele es sich aber noch um eine reine Interessensbekundung, erklärten die VVS-Geschäftsführer Dieter Attig und Peter Edlinger. Der Aufsichtsrat solle noch im September über das Thema beraten. Die Evonik-Energiesparte um die ehemalige Steag, der fünftgrößte Versorger in Deutschland, hält unter anderem auch die Mehrheit an der Fernwärme Saar GmbH, -Verbund an der auch die VVS-Tochter Saarbrücker Stadtwerke beteiligt ist.

Finanzkreisen zufolge kann Evonik unter mehreren Interessenten für den geplanten Teilverkauf seiner Energiesparte wählen. Unter anderem hätten neben dem Konsortium aus Stadtwerken auch die die tschechische Energieholding EPH sowie der Remondis-Konzern die Sparte ins Visier genommen, hatten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters gesagt.

Remondis-Chef Ludger Rethmann hatte jüngst betont, der Entsorgungskonzern aus Lünen in Nordrhein-Westfalen sehen Spielraum für Zukäufe.

Die Stadtwerke Bochum hatten bereits erklärt, gemeinsam mit kommunalen Versorgern aus Duisburg, Essen, Oberhausen, Krefeld, Dinslaken und Dortmund sowie der Dortmunder Energie und Wasser (DEW) Interesse an der Steag zu haben, die 2009 einen Umsatz von 2,6 Mrd. Euro eingefahren hatte.

Evonik-Chef Klaus Engel hatte dem Essener Mischkonzern im vergangenen Dezember eine umfassende Neuausrichtung verordnet.

Das Chemiegeschäft um die ehemalige Degussa, das rund 75 Prozent des Konzernumsatzes einfährt, soll gestärkt werden. Für die Energiesparte sucht Engel Partner, die Anteile übernehmen sollen.

Das Evonik-Geschäftsfeld Energie konzentriert sich auf Planung, Bau und Betrieb von Kraftwerken für fossile Brennstoffe wie Steinkohle. In Deutschland werden neun Steinkohlekraftwerke betrieben, außerdem gibt es Evonik-Kraftwerke in der Türkei, Kolumbien und auf den Philippinen. Großabnehmer von Strom aus Steag-Kraftwerken in Deutschland ist RWE.

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