Ehrgeizige Absatzpläne
VW will in China um zehn Prozent zulegen

Volkswagen legt beim Absatz deutlich zu – vor allem in China. Für den wichtigsten Absatzmarkt der Wolfsburger zeigt sich Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch optimistisch. Und das trotz der unsicheren Konjunktur.
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Tianjin/HamburgVolkswagen hat im August in Westeuropa weniger Pkw seiner Kernmarke verkauft, kann dies aber dank Zuwächsen in den USA und China mehr als wettmachen. Im vergangenen Monat schlugen die Wolfsburger weltweit 466.300 Fahrzeuge los. Das war knapp ein Fünftel mehr als vor Jahresfrist und damit der bisher höchste monatliche Anstieg in diesem Jahr, wie VW am Dienstag mitteilte. Seit Jahresbeginn rollten rund um den Globus 3,7 Millionen Neuwagen zu den Kunden, 11,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Während VW auf seinem größten Einzelmarkt in China in den ersten acht Monaten um 16 Prozent wuchs und die Auslieferungen in den USA sogar um fast 38 Prozent steigerte, sanken sie in Westeuropa (ohne Deutschland) um fünf Prozent. Auf dem Heimatmarkt in Deutschland legte VW um 1,6 Prozent geringfügig zu. In Russland verkaufte VW 63 Prozent mehr als vor Jahresfrist. "Das anhaltend schwierige Marktumfeld in Westeuropa benötigt jedoch weiterhin unsere volle Aufmerksamkeit", betonte Vertriebsvorstand Christian Klingler.

Wegen der Krise in den Euro-Schuldenländern hat VW seine Absatzplanung für dieses Jahr leicht gesenkt. Der „Spiegel“ berichtete ohne Quellenangabe jüngst von rund 150.000 Fahrzeugen, um die der Konzern seine Prognose für Westeuropa zurückgeschraubt habe. VW wollte sich bisher nicht zu der Planung äußern. Ein Insider ließ allerdings durchblicken, dass das Absatzziel um weniger als 150.000 Einheiten gesenkt worden sei. Volkswagen hatte im vergangenen Jahr 8,3 Millionen Fahrzeuge verkauft und zuletzt bekräftigt, den Absatz zu steigern. Analysten gehen bisher davon aus, dass der Konzern mit alleine acht Pkw-Marken in diesem Jahr die Marke von neun Millionen Einheiten erreichen kann.
Für den chinesischen Markt hat der Konzern weiter ehrgeizige Ziele. Der Absatz soll im kommenden Jahr in China zwischen neun und elf Prozent wachsen, sagte Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch dem Handelsblatt am Rande des Weltwirtschaftsforums in Tianjin. Für das laufende Jahr stellte er einen Wert deutlich „darüber“ in Aussicht.

China ist derzeit der wichtigste Absatzmarkt von Volkswagen. Im vergangenen Jahr ist der Absatz dort um 17,7 Prozent auf 2,26 Millionen Autos gestiegen. Das sind fast 27 Prozent des weltweiten Absatzes von 8,2 Millionen. Trotz sinkenden Wachstums hat sich der Aufwärtstrend in der ersten Hälfte des laufenden Jahres gehalten. Das Plus lag im Vorjahresvergleich bei 17,5 Prozent.

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