Eichel gegen Hysterie in Feinstaub-Debatte
Leipziger AMI öffnet Tore für Besucher

HB BERLIN. Bundesfinanzminister Hans Eichel hat zu mehr Gelassenheit in der kontroversen Debatte um zu hohe Feinstaubkonzentrationen aufgefordert. Er habe wenig Verständnis für diese Diskussion, die zu hysterisch geführt werde, sagte Eichel (SPD) am Samstag bei einer Podiumsrunde zur Eröffnung der Leipziger Automesse AMI. Dies werde zu einer weiteren Kaufzurückhaltung führen.

Der Beitrag der Industrie müsse es sein, Nachrüstungssysteme für Rußpartikelfilter bei Diesel-Fahrzeugen anzubieten. Die Politik müsse rasch über Förderungen, etwa steuerliche Vorteile, entscheiden.

Der Mitteleuropäische Automobilsalon AMI verbucht im 15. Jahr des Bestehens eine Rekordresonanz. Mit 467 Ausstellern aus 23 Ländern kamen so viele nach Leipzig, wie nie zuvor. Bei strahlendem Sonnenschein machten sich Autofans aus ganz Deutschland auf den Weg in die sächsische Metropole. An den Autbahnabfahrten staute sich der Verkehr. In Scharen umlagerten Interessierte die Stände der Autokonzerne. Verstärkt geworben hatte die Leipziger Messe in den EU- Beitrittsländern Polen und Tschechien.

Bis zum 10. April werden 50 Automarken mit Modellen vom Kleinstwagen bis zur Luxuskarosse präsentiert. Es gibt 120 Modellpremieren, darunter sind acht Weltpremieren. Erstmals vertreten sind die Renault-Tochter Dacia und die VW-Tochter Bentley. Die Autoindustrie hofft nach einem schwachen Start mit rückläufigen Zulassungszahlen im ersten Quartal auf einen konjunkturellen Schub durch die AMI. Sie wird begleitet durch die Fachmesse für Teile, Werkstatt und Service AMITEC (bis 6. April).

Eichel hob die Bedeutung der deutschen Autoindustrie hervor. Sie habe eine Schlüsselstellung in Deutschland. «Wichtig ist, dass wir technisch an der Spitze bleiben». Vor dem Hintergrund der Diskussion um alternative Antriebssystem stelle sich aber die Frage, ob die deutsche Autoindustrie in dieser Hinsicht auf dem Weltmarkt richtig aufgestellt ist. Als Beispiel nannte Eichel die Entwicklung von Hybridmotoren.

Der sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) betonte die Bedeutung der Autoindustrie für den Freistaat. 60.000 Menschen seien in der Zulieferindustrie beschäftigt. Damit die Bürger ihre Kaufzurückhaltung ablegten, müsse es der Politik gelingen, das Vertrauen in die Zukunft wieder herzustellen.

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