Eidgenossen wollen im Ausland bei Spezialprojekten mitmischen
Schweizer Baubranche konsolidiert sich

Die Marktführer in der Schweizer Baubranche, Zschokke und Batigroup, fusionieren. Das neue Unternehmen soll Implenia heißen und ab Frühjahr nächsten Jahres an der Börse in Zürich notiert sein, gaben die beiden Partner am Dienstag bekannt.

ZÜRICH. Mit 6 500 Mitarbeitern und einem Umsatz von 2,7 Mrd. Schweizer Franken (knapp 1,8 Mrd. Euro) wird der neue Baukonzern auch im europäischen Vergleich größere Dimensionen haben. Implenia sei dadurch in der Lage, künftig auch im Ausland eine „aktivere Rolle“ zu spielen.

Der Zusammenschluss, der von den Aktionären und der Wettbewerbsbehörde noch genehmigt werden muss, kommt nicht ohne Druck zustande. Zwar betonten die Verwaltungsratspräsidenten der beiden Unternehmen am Dienstag, sie hätten aus „einer Position der Stärke“ heraus die Initiative ergriffen. Aber auch in der Schweiz bietet die Baukonjunktur derzeit kein rosiges Bild. Nach Berechnungen des Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse sind 2004 insbesondere die Ausgaben für den Gewerbe- und Industriebau auf einen Niedrigstand gesunken, den sie zuletzt vor 20 Jahren erreicht hatten. Die Ausgaben im öffentlichen Bau stagnieren seit zehn Jahren bei rund 16 Mrd. Franken. Im privaten Wohnungsbau ist zwar seit fünf Jahren ein Aufwärtstrend zu beobachten. Mit 30 Mrd. Franken liegen die Ausgaben aber immer noch deutlich unter den Zahlen vom Beginn der Neunzigerjahre – bevor in der Schweiz die so genannte Immobilienblase platzte. Hinzu kommt, dass die großen und teuren Schweizer Tunnelbauvorhaben bald auslaufen, was die Zukunft der Branche weiter verdüstert.

„Mittelfristig“ bestehe daher der Druck, größere Einheiten zu bilden, sagte Zschokke-Präsident Anton Affentranger dem Handelsblatt. Implenia werde international noch in einer „relativ tiefen Liga“ spielen, sich aber im Ausland gezielt um spezielle Aufträge wie etwa im Tunnelbau bemühen. In der Schweiz kommt das neue Unternehmen in einer stark zerklüfteten Branche auf einen Marktanteil von fünf Prozent. Wenn die Fusion im Heimatland verkraftet sei, werde man sich auch im Ausland nach Zukäufen umsehen, kündigte Affentranger an.

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