Eilantrag zurückgewiesen
Spanisches Gericht lässt Eon abblitzen

Im Streit um die Übernahme des größten spanischen Stromversorgers Endesa hat ein spanisches Gericht einen Eilantrag von Eon abgelehnt. Die Richter trafen damit allerdings noch keine Entscheidung in der Sache, nämlich ob die Eon-Rivalen, der italienische Versorger Enel und der spanische Mischkonzern Acciona, ihr angekündigtes Angebot vorlegen dürfen.

HB MADRID. Der oberste spanische Gerichtshof hat am Freitag den Antrag des deutschen Energieriesen Eon zurückgewiesen, das Gegengebot von Acciona und Enel für den spanischen Versorger Endesa zu blockieren. Das Übernahmeangebot der beiden Rivalen wurde von der Börsenaufsicht CNMV für sechs Monate eingefroren. Eon führte vor Gericht an, dass es auch nach Ablauf dieser Frist unerlaubt ist.

Der italienische Energiekonzern Enel und der spanische Mischkonzern Acciona haben angekündigt, das etwa 42 Mrd. Euro schwere Übernahmeangebot von Eon für Endesa überbieten zu wollen, falls Eon die Mehrheit verfehlt. Dies ist inzwischen wahrscheinlich, weil die beiden Unternehmen bereits 46 Prozent an dem Versorger halten. Am Dienstag läuft in Spanien die Frist für die Endesa-Aktionäre zur Annahme des Gebots aus, bis Freitag können Endesa-Anleger in den USA ihre Papiere den Düsseldorfern ihre Papiere andienen.

Auch Eon-Rivalen ziehen vor Gericht

Nach dem Düsseldorfer Energiekonzern Eon ziehen unterdessen auch dessen Rivalen im Streit um die Übernahme des größten spanischen Stromversorgers Endesa vor Gericht. Der italienische Energieversorger Enel reichte in Madrid eine Klage gegen die Börsenaufsicht (CNMV) ein, die Enel und dem spanischen Mischkonzern Acciona für eine Sperrfrist von sechs Monaten ein Übernahmeangebot für Endesa untersagt hatte. Dies verlautete am Freitag aus spanischen Justizkreisen.

Enel und Acciona wollen mit der Anrufung des Nationalen Gerichtshofs erreichen, dass sie ihre angekündigte Gemeinschaftsofferte schon jetzt vorlegen dürfen. Die Börsenaufsicht hatte in der Vorwoche entschieden, dass die Eon-Rivalen ihr Angebot erst sechs Monate nach Ablauf der Eon-Offerte - also frühestens im Oktober - lancieren dürfen. Gegen diese Entscheidung der CNMV zieht auch Eon vor Gericht. Nach Ansicht der Düsseldorfer Konzernführung ist die angekündigte Gemeinschaftsofferte von Enel und Acciona illegal. Eon will unter anderem erreichen, dass das Gericht den Rivalen ein solches Angebot untersagt.

Enel und Acciona begründeten ihre Klage damit, dass Unternehmen, die mehr als 25 Prozent der Kapitalanteile eines Konzerns erwerben, nach spanischem Recht gezwungen sind, eine Übernahmeofferte für das gesamte Kapital vorzulegen.

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