Ein Besuch beim VW-Jäger
Kia will die Großen ärgern

So wie Samsung den übermächtigen Apple-Konzern jagt, bläst der koreanische Autokonzern Kia zum Angriff auf die Marktführer. Was den Erfolg des VW-Verfolgers ausmacht – und was ihn gefährdet.
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SeoulAlles begann mit einem Fahrrad: 1951, als der VW Käfer in Deutschland die Straßen zurückzuerobern begann, tobte in Korea der Krieg zwischen Nord und Süd. Unterstützt von amerikanischen und chinesischen Truppen lieferten sich die verfeindeten Bruderstaaten harte Gefechte, ein Großteil der Bevölkerung hungerte. Doch abseits vom politischen Chaos arbeiteten koreanische Ingenieure bereits an einer Neuentwicklung, um das Land wieder zu Wohlstand zu führen: am ersten rein koreanischen Fahrrad.

Es war kein technisches Wunderwerk, aber ein Symbol für das neue industrielle Selbstbewusstsein, das sich zwischen den Trümmern und Reisfeldern entwickelt hatte. Bisher hatten die Koreaner nur Bauteile für ausländische Konzerne gefertigt. Sieben Jahre lang hatten sie gelernt, nun wollten sie selbst mitmischen. Aus Kyungsung Precision Industry wurde Kia, was übersetzt soviel heißt wie „über Asien hinaus wachsen“. 23 Jahre später baute das Unternehmen das erste rein koreanische Auto, den „Brisa“.

Heute ist der lange belächelte koreanische Autobauer in der Weltspitze der Hersteller angekommen. 2,7 Millionen Fahrzeuge hat Kia im vergangenen Jahr verkauft. Seit 2008 haben die Koreaner ihren weltweiten Absatz fast verdoppelt. Kein Autokonzern konnte in den vergangenen fünf Jahren so stark zulegen. Werden die Verantwortlichen nach den Vorbildern gefragt, sprechen sie nicht von VW, nicht von GM und nicht von Toyota, sondern von Samsung – dem koreanischen Elektronikriesen, der Apple das Fürchten lehrt. Kia will wie Samsung sein – und die Großen der Branche jagen.

Wir haben uns auf die Reise ins Land des koreanischen Angreifers gemacht. Sie beginnt im Entwicklungszentrum Namyang, dem größten Entwicklungszentrums des Konzerns. Dort feilen 10.000 Ingenieure an der Zukunft des Kia-Konzerns. An futuristischen Vorhaben wie Lack, der seine Kratzer selbst repariert, Autofenstern, die ihre Farbe dem Wetter anpassen, aber vor allem an neuen Modellen.

Fotos sind hier nicht erlaubt, etliche Erlkönige sind auf dem 1,65 Millionen Quadratmeter großen Gelände unterwegs. 70 Kilometer Straße wurden angelegt, um die Fahrzeuge zu testen. Eine Hochgeschwindigkeitsstrecke, belgisches Kopfsteinpflaster, indische Buckelpisten. Alle neuen Modelle werden im Sandsturm und im Eiskanal getestet. Doch bei einem Blick auf das Entwicklungsgelände sieht man auch alte Bekannte: BMWs und Audis drehen hier ihre Runden. Wie beim Fahrrad 1961 lernen die Koreaner von der ausländischen Konkurrenz, um es dann besser zu machen.

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  • Fahre seit März 2013 einen KIA picanto Standardausführung
    Kostenpunkt 8.400.-€ netto!!! 7 Jahre Garantie und Wartung frei. Geldbeutel was willste mehr.

  • Nehmen sie KIA ud sie werden mit Komfort, Technik und Zuverlässigkeit seh zufrieden sein --- auch mit dem Service bei den Händlern !!

  • da sind Sie aber nicht der Durchschnitt - der Großteil der Privatkunden wird rd. 6 bis 7 Jahre Garantie haben. Und zwar eine Neuwagengarantie und keine Garantieverlängerung mit zig Ausschlüssen zum Beispiel a la Mazda, die gerade mit 8 Jahren werben....

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