Ein halbes Dutzend Konzerne wird in wenigen Jahren die Branche dominieren
LNM-Gruppe löst Fusionswelle in der Stahlindustrie aus

Der in Indien geborene Unternehmer und Milliardär Lakshmi Mittal zimmert seit Jahren an einem weltweiten Stahlimperium. Immer, wenn sich in Osteuropa, Asien, Südamerika oder Nordafrika Kaufgelegenheiten bieten, schlägt der 54-Jährige zu. Auch in Deutschland hat Mittal die Hamburger Stahlwerke und ein ehemaliges Tochterunternehmen von Thyssen-Krupp in Duisburg übernommen.

gil/mjh DÜSSELDORF. Die Folge der Einkaufstour: Im vergangenen Jahr belegte die von Mittal und seiner Familie geführte LNM-Gruppe Platz zwei der Weltrangliste – mit nur noch minimalem Abstand zum weltweiten Branchenprimus Arcelor. Jetzt schickt sich Mittal mit der Übernahme des US-Stahlherstellers International Steel Group (ISG) an, Arcelor zu überholen.

Lakshmi Mittal und Arcelor-Chef Guy Dollé bereitet insbesondere die Marktmacht ihrer wichtigsten Lieferanten Kopfzerbrechen. Gerade die aktuelle Rohstoffkrise und die explosionsartige Verteuerung wichtiger für die Stahlproduktion benötigter Zutaten führte den Stahlmanagern erneut vor Augen, wie sehr sie dem Preisdiktat der großen Eisenerzlieferanten ausgeliefert sind. Drei Unternehmen – CVRD aus Brasilien sowie Rio Tinto und BHP-Billiton aus Australien – beherrschen mit einem Marktanteil von mehr als 70 Prozent den weltweiten Erzhandel. Die fünf größten Stahlhersteller der Welt kontrollieren dagegen nur knapp 20 Prozent des Rohstahlangebots.

Die Konsequenz für Mittal und Dollé lautete deshalb: Expansion. Bereits im Februar 2003 hatte Dollé in einem Gespräch mit dem Handelsblatt dramatische Verschiebungen in der Stahlbranche für die nächsten zehn Jahre vorausgesagt. In einem ersten Schritt würden sich fünf oder sechs Gruppen mit einer Rohstahlproduktion von jeweils 50 Mill. Tonen zusammentun. Einige Jahre später, so Dollés Szenario, würden dann zwei große Anbieter mit einer Produktion von 100 Mill. Tonnen die Branche anführen.

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