Ein Jahr nach der MAN-Offerte
Lkw-Allianz steht in den Sternen

Rund ein Jahr nach dem Scheitern des Übernahmeversuchs von MAN beim schwedischen Konkurrenten Scania steht die vielbeschworene europäische Lkw-Allianz weiter in den Sternen. Derzeit sieht es mehr nach einer Hängepartie aus als nach konstruktiven Gesprächen. Bei VW heißt es allerdings, hinter den Kulissen laufe einiges.

HB MÜNCHEN/HANNOVER/STOCKHOLM. Von einer „Abkühlungsphase“ hatten die Beteiligten nach der Rücknahme der milliardenschweren Scania-Offerte von MAN immer wieder gesprochen, nach der man sich wieder an einen Tisch setzen und ein friedliches Zusammengehen ausloten wolle, momentan aber sieht es mehr nach einer Hängepartie aus. „Still ruht der See“, „Es gibt nichts Neues“ und „Es gibt keinen Zeitdruck“ – das ist alles, was derzeit aus den Unternehmen nach außen dringt. Dabei sollten sie nach Branchen-Einschätzung den derzeitigen Lkw-Boom nutzen, um sich gegen die erstarkenden Wettbewerber aus Asien gemeinsam in Stellung zu bringen.

Mitte September des vergangenen Jahres hatte MAN nach Indiskretionen sein Interesse an Scania eingeräumt und wenige Tage später ein 9,6 Mrd. Euro schweres Angebot vorgelegt, das bei den Schweden und ihrem zweitgrößten Aktionär Investor auf heftige Gegenwehr stieß. Von Anfang an stuften sie den Übernahmeversuch als feindlich ein. Aber auch der wichtigste Scania-Aktionär Volkswagen stellte sich gegen das MAN-Angebot, weil er selbst die Fäden in dem Lkw-Poker ziehen wollte. Dafür kaufte sich der Wolfsburger Autobauer später mit knapp 30 Prozent bei MAN ein, stockte seinen Scania-Anteil auf und besetzte die Schlüsselpositionen in den Aufsichtsräten beider Unternehmen.

Seither ist es zumindest nach außen ruhig geworden um das Thema. Die Beteiligten scheinen sich derzeit vor allem auf sich selbst zu konzentrieren. So will Porsche seinen Anteil an VW erhöhen. Nach einer Entscheidung darüber könnte der mächtige VW- und MAN- Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch wieder den Kopf frei haben für die Lkw-Allianz und seine Verhandlungen mit dem Investor-Patriarchen Peter Wallenberg zu einem Ergebnis bringen, glaubt Frank Schwope von der NordLB. „Letzten Endes wird das zwischen den beiden Alten geregelt und ist nur eine Frage des Preises“, sagt der Analyst. Auch wenn noch einige Zeit ins Land gehen könnte: An einer Lkw-Allianz, die später wohl in eine Fusion münden werde, führe „kein Weg vorbei“, ist Schwope überzeugt.

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