Ein Prozent Umsatzzuwachs im ersten Halbjahr
Chemieindustrie senkt Ausblick

Aufgrund hoher Ölpreise und Rohstoffkosten hat die deutsche Chemieindustrie ihren Branchenausblick für dieses Jahr abgeschwächt. Es gebe derzeit keine Anzeichen für eine deutliche Belebung des Inlandsgeschäfts.

HB FRANKFURT. Für 2004 werde nunmehr bei stagnierenden Erzeugerpreisen nur noch ein Umsatz- und Produktionszuwachs von ein bis 1,5 Prozent erwartet, teilte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Donnerstag in Frankfurt mit. Noch im März hatte er bei leicht rückläufigen Erzeugerpreisen ein Umsatz- und Produktionszuwachs von 1,5 Prozent in Aussicht gestellt.

"Insbesondere die weiterhin hohen Öl- und Rohstoffpreise dämpfen die Erwartungen", kommentierte Verbandspräsident Jürgen Hambrecht. Die Stimmung in der Branche bleibe trotz erster Anzeichen für eine Belebung weiterhin verhalten, das Inlandsgeschäft komme nicht im Schwung.

Führende Unternehmen der Branche wie BASF und Bayer hatten zuletzt von Belastungen durch die hohen Rohöl- und Rohstoffpreise gesprochen. Nach früheren Schätzungen des Verbandes bedeutet ein Anstieg des Rohölpreises um zehn Dollar je Barrel (159 Liter) einen Anstieg der Kosten für die deutschen Chemieunternehmen um 1,4 Milliarden Dollar. Aktuell liegt der Rohölpreis für die Nordseesorte Brent bei etwas über 34 Dollar.

Im ersten Halbjahr verzeichnete die Chemieindustrie einen Umsatzzuwachs von einem Prozent auf 69,6 Milliarden Euro. "Das bescheidene Wachstum der deutschen chemischen Industrie wurde aussschließlich vom Export angetrieben", erläuterte Hambrecht. Während der Auslandsumsatz um zwei Prozent zunahm, kam das Inlandsgeschäft weiterhin nicht in Fahrt: Der Inlandsumsatz nahm um 0,5 Prozent ab. Bereits im ersten Quartal verzeichnete die Branche ausschließlich im Ausland Wachstum.

Die Chemiebranche gilt als frühzyklische Industrie. Da sie sämtliche Industriezweige mit ihren Produkten beliefert, spürt sie Veränderungen des konjunkturellen Umfelds als erste. Die Produktion chemischer Erzeugnisse nahm im ersten Halbjahr um 0,5 Prozent zu. Die Erzeugerpreise für chemische Produkte sanken um einen Prozent.

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