Einbruch des US-Marktes
Daimler drosselt Produktion in den USA

Der Autokonzern Daimler hat erste Konsequenzen aus dem erdrutschartigen Einbruch des US-Marktes in der Produktion gezogen. Erstmals seit der Aufnahme der Fertigung vor elf Jahren fährt der Konzern seine Produktion im US-Werk Alabama zurück. Warum auch die Premiumhersteller gegen den Markteinbruch nicht immun sind.

FRANKFURT. Zwischen August und Oktober lasse Daimler in seinem Mercedes-Benz-Werk in Tuscaloosa sechs bis acht Schichten ausfallen, sagte eine Mercedes-Sprecherin in Stuttgart. Auch an einige in diese Zeit fallende Feiertage würden Freischichten angehängt.

"Wir wollen keine Fahrzeugbestände aufbauen, die sich nicht verkaufen lassen", begründete die Sprecherin die Produktionskürzungen. Im US-Werk in Tuscaloosa produziert Daimlers Hauptmarke Mercedes-Benz seine sportlichen Geländewagen GL und M-Klasse sowie die R-Klasse. Im ersten Halbjahr hat Daimler jedoch einen weltweiten Absatzrückgang bei seinen Geländewagen und Großraumlimousinen um fünf Prozent auf 42 600 Fahrzeuge verzeichnet.

Die Produktionskürzung in Alabama ist ein Zeichen, dass auch die Premiumhersteller nicht immun gegen den Markteinbruch und die Nachfrageverschiebung in den USA sind. Die kräftig gestiegenen Spritpreise bereiten den Autobauern in den USA Kopfzerbrechen, da darunter der Verkauf der bislang beliebten und hochmotorisierten Autos leidet. Gefragt sind in den USA derzeit vor allem Klein- und Kompaktwagen.

Daimler hatte Ende vergangener Woche bei der Vorlage der Quartalszahlen angekündigt, dass der Autobauer seine Produktion im zweiten Halbjahr drosseln werde. Das US-Werk ist nun die erste Fertigungsstätte, die den Plan umsetzt. Die deutschen Werke sollen folgen.

Experten sehen die Entscheidung von Daimler auch als schlechtes Vorzeichen für den bayerischen Konkurrenten BMW, der erst jüngst eine Investition von einer Mrd. Dollar in sein US-Geländewagen-Werk in Spartanburg angekündigt hatte. BMW will die US-Produktion von 160 000 Fahrzeugen auf 240 000 Autos pro Jahr erhöhen. Doch die Krise der schweren Geländewagen in den USA macht offensichtlich auch vor den Premium-Modellen nicht komplett Halt. So hatten Daimler und BMW in jüngster Zeit ihre Rabatte auf dem US-Markt deutlich angehoben.

Daimler hatte Ende vergangener Woche bereits sein Ergebnisziel für das laufende Jahr mit Hinweis auf das schwierigere Marktumfeld deutlich nach unten revidiert. Preisschübe bei Rohstoffen, die sich abkühlende Weltwirtschaft und ungünstige Wechselkurse könnten nicht mehr wettgemacht werden, begründete Daimler den Schritt.

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