Einbruch des US-Marktes
Ford sucht auch für Volvo einen Käufer

Der Ausverkauf der Edelmarken beim finanziell angeschlagenen US-Autokonzern Ford ist offenbar noch nicht beendet. Nach der Trennung von den britischen Traditionsmarken Jaguar, Land Rover und Aston Martin mehren sich die Anzeichen, dass Ford auch die schwedische Tochter Volvo über kurz oder lang verkaufen will.

NEW YORK/STOCKHOLM. Vor Topmanagern habe Ford-Konzernchef Alan Mulally bereits deutlich gemacht, dass er für Volvo möglicherweise einen Käufer suchen werde, schreibt das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen.

Der Ford-Chef würde mit einem Verkauf von Volvo dem Drängen seines neuen Großaktionärs, Kirk Kerkorian, nachgeben. Dessen wichtigster Berater, Jerome York, hatte sich kürzlich klar für eine Trennung von Volvo und Mercury ausgesprochen. Die beiden Marken sind die einzig verbliebenen Hersteller der so genannten Premier Automotive Group, in der Ford seine Luxusmarken gebündelt hat. Die übrigen Marken haben die Amerikaner inzwischen an Investoren veräußert. Für Jaguar und Land Rover hatte der indische Mischkonzern Tata vor wenigen Wochen 2,3 Mrd. Dollar (1,5 Mrd. Euro) bezahlt. Ford benötigt das Geld, um seinen Sanierungskurs zu unterstützen, der die Auto-Ikone bis 2009 wieder in die Gewinnzone bringen soll. Der zweitgrößte US-Autokonzern nach General Motors kämpft seit Jahren mit milliardenschweren Verlusten und deutlich sinkenden Umsätzen in seinem Heimatmarkt Nordamerika.

Auch die schwedische Marke Volvo, die lange als Juwel galt und Ford über Jahre hinweg fette Gewinne beschert hat, ist 2007 in die roten Zahlen gerutscht. Die Premium-Marke leidet unter stagnierenden Absatzzahlen und dem schwachen Dollarkurs. Rund ein Viertel aller Volvos gehen in die USA, werden aber in Europa gebaut. Das bringt enorme Währungsverluste mit sich.

Volvo in Göteborg wollte Spekulationen über einen eventuellen Kurswechsel beim Mutterkonzern Ford nicht kommentieren. Dass es dem Autobauer nicht sonderlich gut geht, hat Volvo-Chef Fredrik Arp mehrfach eingeräumt. Der für das Unternehmen wichtigste Markt USA sei förmlich "kollabiert", sagte Arp. Unternehmensangaben zufolge hat allein der Dollarfall in den vergangenen fünf Jahren zu Mindereinnahmen von rund 1,7 Mrd. Dollar geführt. Arp sagte dem Handelsblatt im März, dass Volvo ernsthaft über eine Produktionsstätte in den USA nachdenke: "Wir können nicht (länger) Wagen für die USA in Schweden bauen und in Dollar bezahlt werden." Die mögliche Produktion in den USA kann Arp zufolge aber nicht vor 2012 starten.

Gestern erhielten die Verkaufsspekulationen um Volvo neue Nahrung: Arp erklärte, dass die dritte Schicht im Werk Torslanda vermutlich gegen Ende dieses Jahres heruntergefahren werde. "Wir haben zu große Kapazitäten in Torslanda und können uns nicht den Luxus leisten, Mitarbeiter zu haben, die nicht ausgelastet sind", sagte er.

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