Einbruch in Europa prognostiziert
Truckbauer rollen in den Abschwung

Jetzt schlagen auch die Analysten Alarm: Nach einer Studie der UBS wird der LKW-Markt in Europa allein im nächsten Jahr um zehn Prozent einbrechen. Auch der gleichzeitige Russland-Boom könne diesen Rückgang nciht kompensieren, so die Experten. Und gerade jetzt haben die Hersteller Rekordkapazitäten erreicht.

MÜNCHEN/STOCKHOLM. Der längste LKW-Boom der Geschichte geht dem Ende zu. Nachdem Scania und Volvo bereits für das erste Quartal Einbrüche im Auftragseingang gemeldet haben, warnt nun auch die Schweizer Großbank UBS vor einem Ende der Party: Bereits im kommenden Jahr dürfte der Markt in Europa um zehn Prozent einbrechen.

„Der Abschwung fällt mit dem Aufbau von Rekordkapazitäten zusammen, welche die gesamte Industrie unter Druck setzen werden“, heißt es in der Studie der Schweizer. Die UBS setzte folglich Volvo und MAN auf die Verkaufsliste, die Aktien der Münchener gaben am Montag um 3,5 Prozent nach.

Die Gründe für den Abschwung liegen auf der Hand: Nach fünf fetten Jahren, einem der längsten Zyklen der Branche, sind die europäischen LKW-Flotten ausgetauscht. Mit dem stark steigenden Dieselpreis und dem schwächeren Wirtschaftswachstum in der Eurozone geht der Brummi-Konjunktur die Luft aus. Die Branche hofft noch auf eine sanfte Landung in Westeuropa und einen neuen LKW-Boom in Osteuropa. Dennoch: Nach 373 000 Brummis in diesem Jahr dürften 2010 nach UBS-Schätzungen nur noch 331 000 LKW verkauft werden. Die hohen Preise für Stahl und Edelmetalle drücken zudem auf die Margen der Hersteller.

Noch sind die Auftragspolster dick. Marktführer Daimler verspricht für 2008 einen Auslieferungsrekord, dann wird es etwas nachlassen: „Im nächsten Jahr rechnen wir für Westeuropa mit einer Abflachung der Nachfrage, jedoch mit einer unverändert starken Dynamik in den osteuropäischen Ländern“, heißt es in Stuttgart. Und bei MAN sagt ein Sprecher: „Unser Auftragseingang liegt weiter auf hohem Niveau, mit Lieferzeiten zum Teil bis weit in das nächste Jahr hinein.“ Die gerade erst erweiterte deutschen Produktion und das im vergangenen Jahr eröffnete Werk in Polen seien voll ausgelastet. Allerdings ist die Dynamik aus den MAN-Auftragseingängen raus: Erstmals seit Jahren haben sie im ersten Quartal stagniert.

Noch deutlicher blinken die Alarmzeichen in Skandinavien. Scania, seit Februar mehrheitlich im Besitz des VW-Konzerns, meldete für das erste Quartal ein Auftragsminus von 40 Prozent für Westeuropa, Osteuropa brach gar um 26 Prozent ein. Auch Konkurrent Volvo musste ähnlich schwere Einbußen hinnehmen.

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