Einbruch zum Jahresende
Deutsche Maschinenbauer machen schlapp

Nach Auftragsrückgängen im Dezember liegen die Maschinenbauer auch im Gesamtjahr unter den Vorjahreswerten. Firmen halten sich mit Bestellungen zurück. Der Jahresbeginn lässt nun aber auf anziehende Geschäfte hoffen.
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DüsseldorfEin Nachfrageeinbruch in den Euro-Nachbarländern hat den deutschen Maschinenbauern zum Jahresende einen Dämpfer versetzt. Hatte der November mit einem Orderplus noch für Hoffnung auf bessere Geschäfte gesorgt, sanken im Dezember die Bestellungen wieder um sechs Prozent, wie der Branchenverband VDMA am Dienstag mitteilte.

Vor allem im europäischen Ausland hielten sich die Kunden zurück, so dass die Aufträge um 21 Prozent einbrachen. VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers hofft, dass das lediglich ein Ausreißer war. „Der Dezember sorgt immer mal wieder für Überraschungen“, sagte Wiechers. Jahresabschluss und Betriebsferien könnten ein Rolle gespielt haben und die Aufträge in den Januar verschoben worden sein.

Der VDMA erhalte von den Unternehmen Signale, dass sich die Nachfrage erholt. „Grundsätzlich sollte man ein Monatsergebnis nicht überbewerten. Doch wir hätten uns einen besseren Abschluss für ein ohnehin schwieriges Jahr gewünscht“, so Wiechers. Insgesamt lag im Dezember das Orderminus im Ausland bei vier Prozent, im Inland bei zehn Prozent.

Im Gesamtjahr holten die deutschen Maschinenbauer zwei Prozent weniger Aufträge in ihre Bücher als noch 2012. Inland wie Ausland lagen mit jeweils minus zwei Prozent unter Vorjahresniveau. Wegen der Unsicherheit über die Entwicklung der Weltkonjunktur halten sich die Firmen seit längerem allerorten mit Investitionen zurück. „Die Kunden bestellen kurzfristiger und lieber öfter weniger“, erklärte Wiechers.

„Alle Hoffnungen ruhen nun auf 2014“, betonte der VDMA-Experte. Trotz der insgesamt durchwachsenen Entwicklung erwarten die deutschen Maschinenbauer, zu denen neben mittelständischen Unternehmen auch börsennotierte Konzerne wie Thyssen-Krupp, DMG Mori Seiki (ehemals Gildemeister) oder Gea gehören, in diesem Jahr wieder anziehende Geschäfte. Die Produktion solle um drei Prozent zulegen.

2013 dürfte die Produktion um ein Prozent geschrumpft sein. Damit wäre die als Rückgrat der deutschen Wirtschaft geltende Branche mit knapp einer Million Beschäftigten auf einen Produktionswert von etwa 195 Milliarden Euro gekommen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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