Eine beispiellose Erfolgsgeschichte
Freixenet macht prickelnde Geschäfte

Die Deutschen mögen spanischen Sekt. Nach dem Einbruch 2003 legt Cava jetzt wieder zu.

HB FRANKFURT. Doch diese Anlässe scheinen im letzten Jahr überschaubar gewesen zu sein, wenn man den Einbruch im deutschen Sektmarkt zu Rate zieht. Sogar die Importe fielen von 81 auf 77,5 Millionen Flaschen zurück. Ein Schlag ins Weinkontor, besonders für die spanischen Cava-Produzenten. Denn die hatten, seit dem Markteintritt in Deutschland, eine beispiellose Erfolgsgeschichte geschrieben. Ganze 28 000 Cava-Flaschen wurden die Katalanen 1979 bei uns los. Heute ist, bei einem Absatz von 27 Millionen Flaschen, Deutschland der wichtigste Absatzmarkt für Cava.

Über Cava zu schreiben, bedeutet, über Freixenet zu schreiben. Der Ursprung der größten Sektkellerei Spaniens geht auf das Jahr 1889 zurück. Damals heiratete Pedro Ferrer Bosch, der Besitzer des Weinguts „La Freixeneda“ („Der Eschenhain“) Dolores Sala Vivé, die Erbin eines Weinhandelshauses. Bis heute ist Freixenet ein typisch spanisches Familienunternehmen. José Ferrer Sala führt es in zweiter Generation. Alle Geschwister helfen mit, und Neffe Pedro Ferrer dient als Vorstandsvorsitzender der Freixenet-Gruppe.

Cava nimmt eine Sonderstellung unter den Qualitätsweinen in Spanien ein. Es ist ein Wein aus geschütztem Herkunftsgebiet mit höchstem EG-Standard wie die Herkunftsweine aus der Rioja, Navarra oder Jerez. Besonders das Weinanbaugebiet Penedes gilt als die Heimat des Cava. Mehr als 95 Prozent aller Cavas reifen hier in den Kreidekellern der „Cava-Kapitale“ San Sadurni oder in den Bodegas der Umgebung. Das Penedes umfasst das Hinterland im Westen und Südwesten Barcelonas sowie den davor liegenden Landstreifen an der Mittelmeerküste. Es ist ein leicht hügeliges, nach Westen ansteigendes, altes Kulturland.

Fast 3000 Sonnenstunden im Jahr

Der landschaftliche Reiz, das Mittelmeerklima, die kleinräumige Weinbaukultur und die alten, hübschen Dörfer machen es zu einem Musterbeispiel mediterraner Weinlandschaft. Heute erzeugt im Penedes fast jedes Weingut Cava. Die durchschnittliche Jahresproduktion liegt bei etwa 150 Millionen Flaschen. Für die Reservas gibt es keinerlei Reglement, die Gran Reservas müssen allerdings neun Monate auf der Hefe lagern. Manche haben sogar 30 Monate auf dem Buckel, und entfalten dann im Glas gewaltige Champion-Aromen. „Man läuft durch ein Feld voller Pilze“ beschreibt Weinexperte David Schwarzwälder sein Trinkerlebnis.

Die zu Cava verarbeiteten Rebsorten Macabeu, Xarel-Lo, Parellada oder auch Chardonnay genießen 2600-2800 Sonnenstunden im Jahr, eine Champagner-Traube im Vergleich dazu nur 1600. Umso erstaunlicher ist, dass die Cavas leichter sind. Im geringen Säuregehalt liegt allerdings auch ihr großer Nachteil: Gegenüber den großen Champagnersorten ist ein Cava wesentlich kürzer haltbar. „Der Cava fängt an zu sterben, wenn er auf die Flasche kommt“, sagt Schwarzwälder.

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