Auch die RAG wird kaum um eine Bereinigung herumkommen. Hochrangige Manager räumen hinter vorgehaltener Hand ein, dass sich der Konzern spätestens in zwei bis drei Jahren von der Immobiliensparte mit ihren 77 000 Wohnungen trennen wird. Der Erlös solle für Zukäufe in den Sparten Chemie oder Energie verwendet werden, heißt es. Ein RAG-Sprecher sagte dagegen: „Wir werden das Immobilienportfolio wertsteigernd weiterentwickeln. Alles andere steht nicht zur Debatte.“
Ein großes Fragezeichen steht mittlerweile auch hinter den Wachstumsplänen der Steag. Noch vor einem Jahr hätte der Stromerzeuger mit den bereits erteilten Genehmigungen für den Bau neuer Steinkohlekraftwerke bei den Anlegern punkten können. Nun aber machen die verstärkten Anstrengungen der Bundesregierung beim Klimaschutz der Steag einen Strich durch die Rechnung. Wie viele der Projekte realisiert werden, steht in den Sternen.
Die Börsenstory der RAG ist kompliziert. Deshalb wird Müller alles daran setzen, alle Verwertungsmöglichkeiten auszuschöpfen und noch vor dem Börsengang einen Investor mit ins Boot holen. Eine zweigleisige Strategie mindert das Risiko.

