Einer britischen Studie zufolge forschen sie viel, aber nicht sehr effektiv
Deutsche hinken beim Fortschritt hinterher

Unternehmen aus den USA und aus Japan stehen weltweit an der Spitze, wenn es darum geht, Geld für Forschung und Entwicklung lockerzumachen. Auch deutsche Unternehmen geben reichlich. Doch es kommt kaum etwas Verwertbares heraus.

LONDON. Die Spitzen der deutschen Autoindustrie sowie Siemens und Bayer stehen in der Weltrangliste der Forschung und Entwicklung-Investoren unter den Top 50, Daimler-Chrysler sogar ganz an der Spitze. Das zeigt eine umfangreiche Studie des britischen Ministeriums für Handel und Industrie, die heute in London veröffentlicht wird. Das "R&D Scoreboard" des Ministeriums wurde bereits zum 15. Mal erhoben.

Die Schwerpunkte der industriellen Forschung decken sich der Studie zufolge weitgehend mit den wichtigsten deutschen Industriebranchen. Während deutsche Unternehmen die Forschung und Entwicklung-Ranglisten der Autoindustrie, der Chemie und der Elektronik und Elektrotechnik anführen, spielen sie ausgerechnet in den beiden forschungsintensivsten Branchen Informationstechnologie und Pharma kaum eine Rolle.

Daimler-Chrysler hat mit 5,9 Mrd. Euro Forschungs- und Entwicklungsausgaben in der Studie Microsoft von der Spitze verdrängt (siehe Tabelle auf Seite 2). An zweiter Stelle steht der US-Pharmakonzern Pfizer, der absolut fast genau so viel für Forschung und Entwicklung ausgab wie die Schwaben. Gemessen an Vergleichsgrößen wie Umsatz oder Mitarbeiterzahl ist der Forschungsaufwand jedoch bei Pfizer drei- bis viermal so hoch. Siemens hat sich mit 5,3 Mrd. Euro in der Spitzengruppe gehalten, obwohl der Konzern die Ausgaben im vergangenen Jahr um acht Prozent zurückfuhr. Volkswagen auf Rang 10, Bosch auf 22 und BMW auf 23 komplettieren die Phalanx der deutschen Autoindustrie. Insgesamt ist Deutschland mit 63 Unternehmen unter den 1000 führenden Forschern und Entwicklern der Welt vertreten. In sechs der zehn wichtigsten Branchen nehmen deutsche Firmen insgesamt den zweiten Platz ein - an der Spitze stehen durchweg entweder die USA oder Japan.

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