Einer der letzten russischen Flugzeughersteller will an die Börse und ein bisschen ziviler werden
Die Bomberschmiede vom Baikalsee

Die Rüstungsschmiede Irkut will aus dem Dunkel ans Licht: Am Freitag soll der Preis festgelegt werden für die Aktien des ersten dann börsennotierten russischen Rüstungskonzerns.

IRKUTSK. Nur James Bond fehlt. Aber an jeder Ecke stehen Wachmänner in Camouflage, denn es gilt, Werkspionage wie im Kalten Krieg zu verhindern. Auffällig unauffällig laufen Männer des Inlandsgeheimdienstes FSB in Zivil die ausgelatschten Betonwege zwischen den fußballfeldgroßen Fertigungslinien entlang, an denen Arbeiter in Blaumännern an hochmodernen westlichen Fräsen Titanspäne aus einem Blech schneiden oder in einen langen sumpfgelben Flugzeugrumpf Spanten ziehen. Nur von James Bond ist weit und breit nichts zu sehen.

Dabei will jetzt die Rüstungsschmiede Irkut ohnehin aus dem Dunkel ans Licht: Am Freitag soll der Preis festgelegt werden für die Aktien des ersten dann börsennotierten russischen Rüstungskonzerns. Die Moskauer MDM-Bank und Credit Suisse First Boston werden 20 % der Anteilsscheine für erwartete 100 Mill. $ an die beiden Moskauer Börsen bringen. Der Wert des Unternehmens würde so 500 Mill $ betragen, MDM geht sogar von einer fairen Marktkapitalisierung von 787 Mill. $ aus. Ein Jahr später sollen die Irkut-Papiere dann an der London Stock Exchange notiert werden.

15 000 Mitarbeiter arbeiten in dem zur Irkut Corporation gehörenden, 1932 gegründeten IAPO-Werk in Irkutsk unweit des Baikalsees in Sibirien. Die Irkut-Holding ist seit dem Jahr 2000 mehrheitlich im Privatbesitz der zehn führenden Manager Der Staat hält über den Kampfjet-Hersteller Sukhoi bisher 14,7% an dem Unternehmen, das neben IAPO auch das Berija-Flugzeugwerk, ein Konstruktionsbüro für Mittelstreckenflugzeuge, eine Beteiligung an einem Avionik-Hersteller und ein Marketing-Joint venture umfasst.

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