Einführung des "Dreamliner"
Für Boeing steht viel auf dem Spiel

In Kürze liefert Boeing die ersten "Dreamliner" aus. Mit der anschließenden Serienproduktion steht für den Flugzeugbauer viel auf dem Spiel. Denn der Konzern zahlt einen hohen Preis für seine Innovationsfreudigkeit.
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MünchenDer Stolz der japanischen Luftfahrt hat endlich Lack. Mit aufwendiger Bemalung führte All Nippon Airlines (ANA) sein neues Flaggschiff zu Wochenbeginn der Öffentlichkeit vor. Der "Dreamliner" werde ANA helfen, "die Nummer eins in Asien" zu werden, verspricht ANA-Flottenchef Mitsuo Morimoto in Seattle. Einen Monat lang testeten seine Crews und Mechaniker den ersten Wunderflieger zwischen Tokio und Seattle. Nur einsetzen dürfen sie die Maschine noch nicht. Bis Ende September soll es aber so weit sein, verspricht Boeing.

Siebenmal wurden die geduldigen Japaner mit der Erstauslieferung vertröstet, der ursprüngliche Termin war im Jahr 2008. Eine achte Verschiebung soll es nicht geben, versichert Boeing. "Zu 95 Prozent sind unsere Flugtests abgeschlossen", teilt der Flugzeughersteller auf Anfrage mit. Es fehlt noch die Musterzulassung der Flugsicherheitsbehörde FAA - eine Formsache, wie es scheint. Ein genaues Auslieferungsdatum nennt Boeing aber lieber noch nicht.

Für Boeing steht viel auf dem Spiel. Die 787 ist seit dem Start des legendären Jumbo-Jets 747 vor 40 Jahren die wichtigste Produkteinführung des Unternehmens. Die Erwartungen der Luftfahrtindustrie sind groß: 843 Bestellungen zum Listenpreis von rund 200 Millionen Dollar pro Stück stehen bei Boeing in den Büchern. Das ist ein beispielloser Vertrauensvorschuss.

Bislang halten die Tests, was Boeing verspricht. Anfang August gelang einer der sechs Dreamliner-Testmaschinen ein Nonstopflug über 18 Stunden. Boeing will demonstrieren, dass der extrem leichte Langstreckenflieger mit seinen zwei Triebwerken auch die direkten Strecken über den Pazifik nehmen kann, weit weg von möglichen Ausweichflughäfen. Boeing strebt die bislang höchste sogenannte ETOPS-Zulassung an, die um gut ein Drittel höher liegt als die des zurzeit besten Airbus-Konkurrenten, der A330. Für ANA und die anderen Dreamliner-Kunden wäre das ein klarer Wettbewerbsvorteil: Direkte Routen sparen Zeit und Sprit.

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