Einführung von Verhütungsmittel in USA verzögert sich
Hohe Rohstoffpreise belasten Akzo Nobel

Hohe Rohstoffpreise haben den Gewinn des niederländischen Chemiekonzerns Akzo Nobel im zweiten Quartal wie erwartet geschmälert. Für das Gesamtjahr 2005 hielt der Konzern aber an seiner Prognose eines Ertrags auf Vorjahresniveau fest.

HB AMSTERDAM. Wie der weltgrößte Hersteller von Beschichtungen am Mittwoch mitteilte, sank der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) im abgelaufenen Quartal um neun Prozent auf 312 Mill. €. Analysten hatten mit einem Ebit zwischen 291 und 340 Mill. € gerechnet. „Wir sehen ermutigende Entwicklungen in allen unseren Geschäftsfeldern, obwohl das operative Ergebnis auf vergleichbarer Basis zurückgegangen ist“, erklärte Akzo-Finanzvorstand Rob Frohn.

Den Umsatz wies Akzo mit 3,35 nach 3,36 Mrd. € aus. Hier hatten Analysten im Schnitt mit 3,19 Mrd. € gerechnet. Der Reingewinn stieg um 22 % auf 182 Mill. €. Als positiv bewerteten Analysten die Entwicklung der Akzo-Pharmasparte Organon. Die wichtigsten Produkte von Organon hätten durchweg Wachstum verzeichnet, stellte Finanzchef Frohn fest.

Frohn kündigte allerdings an, dass die Einführung des Verhütungsmittels „Implanon“ in den USA sich verzögern wird. Die US-Gesundheitsbehörde FDA habe weitere Fragen zu dem Produkt. Organon müsse der FDA nun weitere Informationen über das Mittel liefern, dass seit 1999 auf dem europäischen Markt sei. Die Einführung in den USA sei ursprünglich vor Ende 2005 geplant gewesen. Sie werde nun frühestens Anfang 2006 erfolgen können.

Als negativen Faktor nannte Frohn die gestiegenen Kosten für Rohstoffe. Insbesondere Rohöl spielt in der Chemiebranche eine wichtige Rolle. Der Anstieg des Ölpreises habe sich im zweiten Vierteljahr unvermindert fortgesetzt und die Geschäftsbereiche Beschichtungen und Chemie belastet. Im zweiten Quartal verteuerte sich Rohöl um 50 %. Daher war an den Finanzmärkten mit Belastungen in zweistelliger Millionenhöhe gerechnet worden.

Akzo teilte weiter mit, der Konzern habe noch Spielraum, die Preise für Beschichtungen zu erhöhen. Allerdings wies Frohn auch darauf hin, dass das Marktumfeld in Europa schwierig bleibt. In anderen Regionen - besonders in der Türkei - habe sich das Geschäft besser entwickelt.

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