Einige Probleme sind branchenbedingt, andere hausgemacht
Im GM-Reich bröckelt es an vielen Ecken

Dem Autokonzern fehlt Spielraum für seine defizitären Auslandstöchter. Auch im dritten Quartal verdient nur die Finanztochter Geld.

je PORTLAND. Anfang der 80er- Jahre, als es General Motors richtig schlecht ging, handelte der US-Autoriese mit der Gewerkschaft UAW Lohnkürzungen aus. Am selben Tag, an dem die Zugeständnisse ratifiziert wurden, genehmigten sich die Top-Manager einen hohen Bonus. Das war damals typisch für den größten Autokonzern mit dem schlechtesten Betriebsklima und der miesesten Fahrzeugqualität. Heute ist GM immer noch der größte Autokonzern der Welt, aber sein Anteil am Heimatmarkt ist nur noch etwas mehr als halb so groß wie in seiner Glanzzeit. Die Gewinne kommen zum größten Teil von der Finanztochter GMAC.

Mit der Erneuerung der Modellpalette, vor allem bei den PKWs, hat sich der Konzern zu viel Zeit gelassen. Jetzt drücken steigende Benzinpreise den lange florierenden Absatz großer Fahrzeuge mit hohen Gewinnmargen. Der Rabattkrieg, den GM nach den Anschlägen vom 11. September 2001 begann, erreichte im September einen neuen Höhepunkt. Um seine hohen Bestände – über eine Million unverkaufte Fahrzeuge – abzubauen, stockte der Konzern seine Preisnachlässe weiter auf, die Konkurrenz folgte. Laut dem Autoinformationsdienst Edmunds.com erreichten die Rabatte mit durchschnittlich 5 200 Dollar pro Fahrzeug einen neuen Rekord.

In dem gestern veröffentlichten Quartalsbericht von GM heißt es, dass die Halde bei den Händlern um 230 000 Fahrzeuge abgebaut wurde und dass der US-Marktanteil zum ersten Mal seit langer Zeit wieder stieg, von 28,7 auf 29,3 Prozent. Aber die durchschnittlichen Erlöse pro Auto fielen im Quartal von 18 900 auf 18 300 Dollar, und der Anteil der Flottenverkäufe mit hauchdünnen Margen nahm von 18,1 auf 22 Prozent weiter zu. Gleichzeitig ließen Produktionskürzungen die Kosten steigen.

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