Einigung auf Rahmenvertrag zur Restrukturierung
GM will ohne Kündigungen auskommen

Im Ringen um einen Sanierungsplan bei Opel sowie den anderen europäischen Töchtern des Autokonzerns General Motors haben sich Arbeitnehmervertretung und Management auf einen Rahmenvertrag zur Restrukturierung verständigt.

HB FRANKFURT. Dabei sollen betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen vermieden werden, teilte der Vorsitzende des Europäischen Arbeitnehmerforums, Klaus Franz, am Mittwoch mit. Im Kampf um die Erhaltung von 10 000 Arbeitsplätzen bei Opel zeichnet sich damit eine Lösung ab.

Wie die konkrete Umsetzung für die deutschen Opel-Standorte in Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach aussieht, will GM aber erst am Donnerstag bekannt geben. Dann wird die Belegschaft über das Sparprogramm informiert. Die GM-Zentrale in Zürich sowie Opel wollten am Mittwoch keinen Kommentar abgeben. Unternehmenskreise gehen aber davon aus, dass die Vereinbarung wegweisend ist und GM auch bei Opel auf Kündigungen verzichten wird.

„Unser gemeinsames Ziel ist es, die Restrukturierung sozialverträglich zu gestalten und für die Zukunft faire Bedingungen für die Vergabe von Produktionskapazitäten in Europa zu erreichen“, erklärte Franz. Management und Arbeitnehmer hätten sich darauf verständigt, nicht nur einseitig Kosten einzusparen, sondern auch mit mehr Marketing und Vertrieb wieder in die Gewinnzone zu kommen. Für die Auslastung der Werke sei ein erster Kriterienkatalog vereinbart.

Der erreichte Kompromiss stellt allerdings nur eine Teillösung dar. „Jetzt stehen weitere Fragen an. Wir fordern eine Standortsicherung für die Opel-Werke und eine Bestandsgarantie für die Arbeitsplätze bis 2010“, sagte Franz. Dazu seien die verbleibenden 20 000 Mitarbeiter zu Zugeständnissen bereit. Diskutiert werde über einen Verzicht auf einen Großteil der übertariflichen Leistungen.

Offen ist weiterhin, an welchem Standort die neue Mittelklasse (Opel Vectra und Saab 9-3) gebaut wird. Die Verhandlungen könnten sich deswegen trotz der ersten Einigung bis zum zweiten Quartal 2005 hinziehen, sagte der GM-Europa-Vize Carl-Peter Forster dem Handelsblatt. So lange werde es dauern, die Gespräche zu beenden und die Maßnahmen von den Gremien abgesegnet zu lassen, sagte Forster. GM halte daran fest, den Großteil der geplanten Maßnahmen noch im Jahr 2005 zu realisieren.

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