Einigung auf Vergleich
WCM zahlt IG Farben halbe Million

Die WCM Beteiligungs- und Grundbesitz-AG hat sich im Streit mit der insolventen IG Farben auf einen Vergleich geeinigt.

HB DÜSSELDORF. WCM zahle an die IG Farben AG eine halbe Million Euro Schadenersatz, sagte ein WCM-Sprecher am Montag in Frankfurt. Die Gegenseite hatte ursprünglich 17 Millionen Euro gefordert. In dem Streit ging es um einen 2001 zwischen beiden Unternehmen vereinbarten Optionsvertrag, nach dem WCM von der IG-Farben-Tochter Ammoniakwerke Merseburg GmbH 479 Wohnungen kaufen sollte. WCM habe sich 2003 aber geweigert, den Vertrag zu erfüllen, weil sich der Zustand der Wohnungen stark verschlechtert habe, sagte der WCM-Sprecher weiter. Zudem sei der Vertrag lediglich eine Absichtserklärung gewesen.

Die Nichterfüllung des Optionsvertrages sei der Grund für die Insolvenz der IG Farben AG gewesen, sagte ein Vertreter der vorläufigen Insolvenzverwalterin Angelika Amend. Die IG Farbenindustrie AG hatte im November 2003 Insolvenz angemeldet.

Das Industriekonglomerat IG Farben befand sich seit Ende des NS-Regimes auf Druck der Siegermächte in Liquidation. Das Unternehmen galt wie kaum ein anderes als Paradebeispiel eines Nazi-Unternehmens. Aus dem operativen Geschäft wurden die Chemiekonzerne Bayer, BASF und Hoechst abgespalten. Mit dem Erlös aus deren Verkauf wurden in den 1950er Jahren Menschen entschädigt, die während des Zweiten Weltkrieges als Zwangsarbeiter bei der IG Farben arbeiten mussten.

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