Einigung bei Verhandlungen erwartet
Grippemittel-Streit soll Roche nicht belasten

Trotz des Streits um das Grippemittel Tamiflu mit dem Lizenzgeber rechnet der Schweizer Pharma- und Diagnostikkonzern Roche nicht mit Einbußen im eigenen Geschäft.

HB PENZBERG. Roche-Chef Franz Humer sagte am Montag im bayerischen Penzberg der Nachrichtenagentur Reuters, er gehe von einer Einigung bei Verhandlungen mit Gilead Sciences aus, obwohl die US-Firma den Lizenzvertrag nach eigenen Angaben kündigen will. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass man in Gesprächen gewisse Meinungsverschiedenheiten aus dem Weg räumen kann“, sagte er. Gilead hatte dem Schweizer Unternehmen Versäumnisse vorgeworfen.

Das Grippemittel Tamiflu hatte sich für Roche zum Kassenschlager entwickelt, die Weltgesundheitsorganisation hat Tamiflu zum Schutz vor einer massenhaften Verbreitung der Vogelgrippe empfohlen. Eine ganze Reihe von Regierungen hat größere Vorräte des Medikaments angelegt oder verhandelt über größere Bestellungen, um auf einen möglichen Ausbruch einer Pandemie reagieren zu können. Die bisherigen Verkaufsplanungen von Roche gehen von einem Umsatz mit Tamiflu von rund 800 Mill. Schweizer Franken in diesem Jahr aus, mehr als doppelt so viel wie vor Jahresfrist.

Das kalifornische Unternehmen Gilead hatte Roche vorgeworfen, sich nicht angemessen für Tamiflu eingesetzt zu haben. Außerdem habe das Schweizer Unternehmen Probleme bei der Herstellung. Humer sagte dazu, es gebe einen klaren Lizenzvertrag. „Wir haben den Vertrag sicher erfüllt und werden ihn weiter erfüllen“, sagte er.

Humer kündigte an, Roche werde sicher weiter in Biotech-Anlagen investieren. In den nächsten fünf Jahren werde der Anteil des Pharma-Umsatzes von Roche aus Biotech-Medikamenten auf bis zu 70 % steigen. Derzeit liegt der Anteil bei mehr als 50 %. Möglicherweise werde Roche auch die Biotech-Produktion in Penzberg ausbauen, Pläne dafür gebe es aber noch nicht.

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