Einigung in Sicht
Showdown um Hochtief-Aufsichtsrat entfällt

Der Hochtief-Aufsichtsrat will die letzte Chance nutzen, den Streit um die Neubesetzung der Aufseherposten vor der Hauptversammlung beizulegen. Unmittelbar vor dem Aktionärstreffen soll es zur Aussprache mit ACS kommen.
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DüsseldorfDer Showdown bei der Hauptversammlung wird wohl entfallen: Der Hochtief-Aufsichtsrat will noch einmal versuchen, den Machtkampf mit dem Großaktionär ACS um die künftige Besetzung des Gremiums beizulegen. „In der Sitzung unmittelbar vor der Hauptversammlung wird sich der Aufsichtsrat mit der neuen Situation befassen und sich dazu bei der Hauptversammlung äußern“, sagte eine Hochtief-Sprecherin am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Mehrere Personen im Umfeld des Gremiums sagten, es werde damit gerechnet, dass der Konflikt um Aufsichtsratsmandate unmittelbar vor dem Aktionärstreffen am Donnerstag beigelegt werden soll. ACS wollte sich zunächst nicht äußern.

Der spanische ACS-Konzern, der nach eigenen Angaben mittlerweile etwas über 43 Prozent der Anteile an dem deutschen Bauriesen hält und die Mehrheit übernehmen will, hat am Sonntag eine Liste seiner Kandidaten für die Wahl des Aufsichtsrates vorgelegt. Der Hochtief-Aufsichtsrat seinerseits hat eine eigene Liste präsentiert, die die Wünsche der Spanier nach vier Vertretern nicht berücksichtigt. ACS hat dies kritisiert - und kann auf der Hauptversammlung auf die Mehrheit der Stimmen setzen.

Nach dem Willen der Spanier sollen am Donnerstag neben vier ACS-Managern der bereits im Hochtief-Aufsichtsrat vertretene Manfred Wennemer in das Kontrollgremium wiedergewählt werden. Der ehemalige Chef des Automobilzulieferers Continental solle den Vorsitz des Gremiums übernehmen, hatte es aus Aufsichtsratskreisen geheißen. Daneben stellt ACS auch Eggert Voscherau, Aufsichtsratchef von BASF, den früheren Finanzvorstand der Deutschen Börse, Thomas Eichelmann, und Abdulla Abdulaziz Turki Al-Subaie als designierten Vertreter des zweiten Großaktionärs Qatar Holding zur Wahl. Aufsichtsratschef Detlev Bremkamp und der ehemalige Hochtief-Vorstand und jetzige BDI-Präsident Hans-Peter Keitel stehen nicht auf der Liste des spanischen Konzerns.

„Angesichts der veränderten Eigentümerstruktur strebt ACS eine angemessene Vertretung im Aufsichtsrat an“, hatte der Bauriese erneut klar gemacht. Und ACS kann bei dem Aktionärstreffen in der Essener Grugahalle auf eine Mehrheit setzen. Findet der Aufsichtsrat eine Lösung, entfällt dann auch die bei der Hauptversammlung andernfalls drohende Kampfabstimmung.

Hochtief hatte sich lange erbittert gegen die Übernahme durch den spanischen Konzern gewehrt. Dieser sammelte jedoch unbeirrt Aktien ein. Mehrere Manager des deutschen Bauriesen hatten daraufhin das Handtuch geworfen, darunter auch Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter, der zur Hauptversammlung seinen Posten verlässt. Sein Nachfolger wird das bisherige Vorstandsmitglied Frank Stieler. Der 52-Jährige gehört dem Führungsgremium seit März 2009 an - und hat den Segen von ACS.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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