Einigung mit Betriebsrat
Umbau in Daimler-Verwaltung kann losgehen

Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche ist seinem Ziel, den angeschlagenen Autobauer wieder in rechte Bahnen zu lenken, ein Stück nähergekommen. Mit dem Betriebsrat verständigte er sich auf Einzelheiten des Personalabbaus in der Konzernverwaltung. Das Ergebnis dürfte die Mitarbeiter besänftigen.

HB STUTTGART. Nach wochenlangem zähen Ringen hatten sich Betriebsrat und Unternehmensleitung am Dienstagabend darauf geeinigt, betriebsbedingte Änderungskündigungen bis Ende 2007 auszuschließen. Beschäftigten, deren Stellen wegfallen, müssen damit interne Arbeitsplätze angeboten werden. Dies waren die Kernpunkte der Verhandlungen, die von der Konzernleitung als intensiv und konstruktiv bewertet wurden. Erst am Montag hatten nach Betriebsratsangaben 2 500 Verwaltungsangestellte protestiert, um den Interessensausgleich durchzusetzen.

Betriebsbedingte Kündigungen für Mitarbeiter, die nach Tarif bezahlt werden, sind ohnehin bis Anfang 2012 durch eine Beschäftigungssicherung ausgeschlossen. Etliche Manager haben dagegen bereits mitgeteilt bekommen, dass ihre Stellen wegfallen; sie erhielten Abfindungsangebote.

Milliardeneinsparungen

Nun könne planmäßig zum 1. August mit der Umsetzung des so genannten Neuen Management Modells (NMM) begonnen werden, erklärte Faimler-Chrysler. Zetsche will bis 2008 weltweit rund 6 000 der 30 000 Stellen in Management und Verwaltung streichen, davon etwa 3 200 in Deutschland. Dadurch sollen Doppelarbeiten verhindert und der gesamte Arbeitsablauf vereinfacht werden. In der Verwaltung würden Entscheidungsprozesse kürzer, schneller und schlanker, erklärte der Konzern. Insgesamt werde die Wettbewerbsfähigkeit von Daimler-Chrysler gestärkt.

Der Stellenabbau soll nach früheren Angaben etwa 2 Mrd. Euro kosten, dafür aber jährlich rund 1 Mrd. Euro einsparen. In den Kosten sind aber nicht nur Abfindungen enthalten, sondern auch Ausgaben für Umzüge oder neue Computersysteme. Der Personalabbau soll bis Ende 2008 abgeschlossen sein.

Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm betonte, das man einen fairen Interessenausgleich erzielt habe, der die Beschäftigten „sehr weitgehend“ vor Nachteilen aus dem Umbauprozess schütze. „Mit der Umsetzung der Neuen Management Modells findet der größte Umbau statt, den wir in den Verwaltungsbereichen dieses Unternehmens je erlebt haben“, betonte Klemm die Bedeutung des Erreichten.

Hohe Abfindungen

Auf die Fremdvergabe von Arbeiten soll weitgehend verzichtet werden. Weiter sieht die freiwillige Vereinbarung vor, dass bei einer Versetzung auf einen niedriger eingestuften Arbeitsplatz eine Verdienstsicherung von 36 Monaten gelte. Als Ausnahmen kämen freiwillige Vereinbarungen für das Ausscheiden mit Abfindungsleistungen sowie Frühpensionierungen und Altersteilzeit in Frage. Alle Personalanpassungen sollen laut Daimler-Chrysler in der Regel auf freiwilliger Basis vorgenommen werden.

Die Angebote für das freiwillige Ausscheiden gelten ab dem 1. August und sollen sich im Wesentlichen an den Regelungen in der Mercedes Car Group orientieren – hier gilt eine maximale Abfindungszahlung von 275 000 Euro. Parallel zum Umbau in der Verwaltung fallen in den deutschen Mercedes-Werken nochmal 8 500 Stellen weg. Auch hier gilt das Prinzip der Freiwilligkeit wegen der Beschäftigungssicherung bis 2012.

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