Einigung mit Familie Brandenstein-Zeppelin
Daimler-Chrysler erlangt offenbar die volle Kontrolle über MTU

Daimler-Chrysler scheint bei MTU Friedrichshafen am Ziel. Im Streit um den milliardenschweren Verkauf des Dieselmotorenbauers hat sich der Autokonzern nach Informationen aus Verhandlungskreisen mit der rebellierenden Gründerfamilie geeinigt.

HB FRIEDRICHSHAFEN. Wie die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Donnerstag erfuhr, hat nun auch die Familie Brandenstein-Zeppelin dem Konzern ihren MTU-Anteil von 4,8 Prozent zum Kauf angeboten. Über den Preis sei Stillschweigen vereinbart worden. Die Nachrichtenagentur Reuters verbreitete eine ähnliche Meldung. Die Übernahme der Anteile durch Daimler-Chrysler sei wahrscheinlich, das Geschäft aber noch nicht endgültig besiegelt, wird eine mit der Situation vertraute Person zitiert. Sollten sich die Informationen bewahrheiten, kann Daimler-Chrysler seine Beteiligung auf 100 Prozent aufstocken und MTU Friedrichshafen zügig als Ganzes an einen Investor verkaufen.

Der Konzern hatte sich bereits in der Vorwoche mit den Aktionären der zweiten Gründerfamilie Schmid-Maybach geeinigt und deren Anteil von 7,2 Prozent übernommen. Danach stieg der Druck auf Brandenstein-Zeppelin. Die Stuttgarter wollen mit dem Verkauf von MTU, das nicht mehr zum Kerngeschäft gezählt wird, mindestens eine Milliarde Euro einnehmen.

Wie aus den gut informierten Kreisen zu hören war, habe Albrecht Graf von Brandenstein-Zepplin, der die Interessen des bis dato rebellierenden Familienstamms vertritt, seinen Widerstand aufgegeben, weil das ursprüngliche Verkaufskonzept der Familien gescheitert sei. Diese hatten bereits einen Vertrag mit dem Finanzinvestor Carlyle unterschrieben und dabei auf weitgehende Garantien für den Fortbestand des Unternehmens gepocht. Damit wollten die Nachfahren der MTU-Gründer ihre Mitspracherechte bei dem Traditionskonzern sichern und ihren Anteilsbesitz noch aufstocken. Diese Variante hatte Daimler-Chrysler durch ein Liquidationsverfahren, das die Vetorechte der Familien aushebelte, verhindert.

Die Familie Brandenstein-Zeppelin will sich am Freitag gemeinsam mit dem Daimler-Chrysler zur Zukunft des zum Verkauf stehenden Dieselmotorenherstellers äußern. Das sagte am eine Sprecherin am Donnerstag. „Ich strebe eine Einigung mit Daimler-Chrysler an“, hatte Graf von Brandenstein-Zeppelin am Mittwoch gesagt.

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